Eine wendisch/sorbische Kulturfahrt durch die Jahreszeiten

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Was oft nur oberflächlich abgehandelt wird, sei hier in aller Vielfalt und in einer bunten Fahrt durch das ganze Jahr vor interessierten Augen ausgebreitet: der kulturelle Schatz des Spreewalds – die wendisch/sorbische Kultur.

Seit Anbeginn der Besiedlung lebt die slawische Bevölkerung in enger Verbundenheit mit der Natur. Und selten finden sich noch heute so viele heidnische Bräuche und faszinierende Traditionen mitten in Deutschland, quicklebendig wie eh und je. Man muss nicht weit reisen, um das Besondere zu erleben.

„Ma?a r?cka ma teke dobre rybki.” /  “Ein kleiner Fluss hat auch gute Fische.”

Volksweisheit der Wenden/Sorben

Dem Stamm der Lusizer, die im Zuge der Völkerwanderung in dieses Gebiet kamen, verdankt die Lausitz ihren Namen. ?užyca, so heißt die Lausitz im wendischen/sorbischen Sprachgebrauch, dies geht auf das Wort ?uža dt. Lache oder große Pfütze zurück. Unsere Altvorderen waren darauf angewiesen, im täglichen Leben schonend die vorhanden Ressourcen zu nutzen, zu pflegen und zu erhalten.

Aus dieser Symbiose zwischen Mensch und Natur entwickelte sich eine eigene, ja einzigartige Kultur. In vielen Orten des Spreewaldes und der Niederlausitz können wir sie auch heute in zahlreichen Bräuchen und Traditionen im Zyklus des bäuerlichen Arbeitsjahres erleben. Wendische/sorbische Bräuche bereichern in jeder Jahreszeit das Leben der Spreewälder, der Einheimischen und haben teilweise einen vorchristlichen / heidnischen Ursprung. Das gemeinsame Reden, Singen, Tanzen und Fröhlichsein stärkte schon immer das Selbstbewusstsein der Menschen, um so mehr in schwierigen Zeiten. Vielleicht gibt es auch deshalb heute noch so viele Brauchtumsveranstaltungen in der Niederlausitz.

In das Jahr – währet den Anfängen

Das Jahr beginnt im Januar in vielen Dörfern der Niederlausitz mit der Woklapnica, eine Einwohnerversammlung, für die es bis heute keine deutsche Bezeichnung gibt. Zu dieser Gelegenheit gibt der Ortsvorstand Rechenschaft über das vergangene Jahr. Ein Blick auf künftige Höhepunkte darf natürlich nicht fehlen. Neu Zugezogene dürfen sich vorstellen und in die Dorfgemeinschaft “einkaufen”.

Aus der Oberlausitz kennen wir die Vogelhochzeit/ptaškowa swaj?ba jährlich am 25. Januar. Seit den 1970er Jahren wird sie auch in der Niederlausitz gefeiert. In vielen Kindereinrichtungen wird die Hochzeit der Vögel als Dank für das liebevolle Füttern über die Winterzeit begangen. Schon die Kleinsten legen dazu die wendischen Trachten an.

 

Frühlingsbeginn – Austreiben, Aufleben, Tanzen

So langsam sehnt sich jeder Spreewälder, Niederlausitzer nun nach dem Frühling. Die Spinte/p??za geht langsam zu Ende. Hier trafen sich die jungen Mädchen, um Wolle und Flachs/Leinen zu verspinnen, welches für den eigenen Haushalt gebraucht wurde. Die Kantorka/Vorsängerin verstand es ganz nebenbei, mit den Mädchen  ungefähr 40 Volkslieder und Choräle zu üben. Diesen Brauch gibt es heute in dieser Form leider nicht mehr, nur einige Gruppen treffen sich noch zu gemeinsamen Handarbeiten.

Nach der Spinte gab es das letzte große Fest vor dem Beginn der Passionszeit, der stillen Zeit der Christen. Zapust – die wendische Fastnacht – wurde in nahezu allen Orten des Spreewaldes und darüber hinaus in der Niederlausitz gefeiert. Den Zapust/die wendische Fastnacht zu feiern, ist heute so aktuell, wie nie zuvor.

Zum Zapust gehört auch das Zampern/camprowanje. Hierzu treffen sich bunt verkleidete Einwohner des jeweiligen Ortes. Das Zampern ist ein alter Brauch, den mittlerweile jede Generation pflegt. Kindergruppen, Jugendliche, Vereine mit Mitgliedern auch im Seniorenalter – eben fast alle, denen Gemeinsamkeit wichtig ist, beteiligen sich zum Ende des Winters bis Anfang März beim Zampern.

Das Zampern ist der älteste Bestandteil des Zapust. Mit Lärmen, Tanzen und Singen soll auch heute noch der Winter vertrieben werden.

Wenn an den Ortseingängen mit vielerlei Schildern auf diesen Brauch hingewiesen wird, sollte der Durchreisende Geduld mit dem feiernden Volk haben und ein bisschen Kleingeld spendieren. Die alten Zamperfiguren wie z.B. der Erbsstrohbär, der den Winter symbolisiert oder der Storch, der Schimmelreiter, die für den Frühling stehen, sind historisch überliefert und heute wieder zu sehen. Jedoch die Eierfrau, die eigentlich ein Mann in Frauenkleidern ist oder der Kassierer mit Frack und Zylinder sind weiter ständige Begleiter des Zamperzuges. Die lärmende Gesellschaft zieht in ihrem Heimatort von Haus zu Haus, von Gehöft zu Gehöft und sammelt Eier, Speck und Geld.

Dafür wird mit einem Tänzchen und einem Schnaps/pale?c gedankt. Wer etwas auf sich hält und nicht mitzampert bewirtet die Zampertruppe mit Schmalz-, Leberwurst- oder Eierbroten und Gurken. Die eingezamperten Eier und der Speck werden beim abendlichen Eieressen verzehrt.

Die Vorbereitungen und die Durchführung des Festumzuges zum Zapust ist wesentlich aufwendiger und anspruchsvoller. Verschiedene Regeln sind von Ort zu Ort zu beachten und sollten von den Teilnehmenden eingehalten werden. Die Vorbereitung der wendischen Festtagstracht für die Mädchen und Frauen ist eine Herausforderung, die besondere Kenntnisse verlangt. Waschen, Stärken, Bügeln und in Falten Legen der einzelnen Bestandteile ist verbunden mit viel Erfahrung und Übung der “Anziehfrau”, die auch zum Anlegen der Tracht bestellt wird. Die wendische Tracht ist kein Kleid oder Kostüm, in das man mal so hineinschlüpft. Die Schönheit der Festtagstracht mit ihren reichen und farbenprächtigen Handstickereien auf Röcken, Halstüchern und Hauben und ihrer Vielfalt kommt am besten mit einer stolzen und selbstbewussten Trägerin zur Geltung.

Gerade zu Jubiläen der wendischen Fastnacht werden zu den Umzügen hunderte Gäste in den Orten gezählt. Die Begrüßung der Gäste in der wendischen/sorbischen Sprache gehört für viele Feiernde im Spreewald, in der Niederlausitz zum guten Ton. Mit den Worten “Witaj?o k nam / Willkommen bei uns” oder auch “Dobry ?e? lube gós?i / Guten Tag liebe Gäste” werden Einheimische und Gäste gern auf den Trachtenumzug eingestimmt. Begleitet von Blasmusik suchen die Umzüge wichtige Personen des jeweiligen Ortes auf. Es ist eine Ehre, wenn man den typischen Fastnachtsstrauß erhält und natürlich ein Tänzchen und einen Schnaps/pale?c angeboten bekommt. Auch hier wird eine Spende erwartet und gern gegeben.

Viele Einheimische sind stolz, dass es in ihrem Ort natürlich den schönsten Umzug gibt. Freunde und Verwandte kommen zu Besuch, es ist für alle eine schöne Gelegenheit, sich zu treffen. Überwiegende Träger dieser Brauchtumsveranstaltungen sind die Jugendgruppen in den Orten. Wer sich intensiver mit dem Leben im ländlichen Bereich des Spreewaldes, der Niederlausitz beschäftigt, stellt immer wieder erstaunt fest, dass sich viele Jugendliche sehr engagieren und sich ehrenamtlich der Pflege der wendischen/sorbischen Bräuche widmen. Diese Verantwortung für die Pflege der Bräuche wird von einer Generation auf die nächste übertragen. Natürlich gibt es in den Orten immer helfende Hände, damit auch gerade das Ortstypische erhalten bleibt.

Rund um Ostern – Farbenpracht, Feuersbrunst und Wasserzauber

In der vorösterlichen Zeit wird sowohl im privaten als auch im musealen Bereich das Verzieren der typischen wendischen Ostereier gepflegt. Über Jahrhunderte gilt das Ei als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit, auch deshalb wird es vielleicht zu Ostern so gern verschenkt. Heimatstuben, Museen und Vereine bieten Kurse zur Wachstechnik an oder erklären den Interessierten auch die Kratz-, Ätz- oder Wachsbossiertechnik. Gut besucht sind immer die Ostermärkte in den Tourismuszentren Lübbenau, Burg (Spreewald), Drebkau, Schleife, Hoyerswerda und Bautzen. Jährlich kann man sich am Wettbewerb um das schönste sorbische Osterei in Bautzen oder auch in Drebkau bewerben.

Besonders bekannt ist das Museum “Sorbische Webstube Drebkau/Serbska tkajarska ?pa Drjowk” mit seiner Sammlung von Ostereiern aus der ganzen Welt, die der Ethnograf Dr. Lotar Balke mit Hunderten Eiern begründete. Hier findet man wahre Meisterwerke der Volkskunst. Traditionsgemäß gehen auch heute noch die Kinder zu Ostern zu ihren Paten und lassen sich mit Ostereiern und vielleicht auch wieder einer Ostersemmel beschenken.

Am Ostersonnabend strömen die Einheimischen und Gäste des Spreewaldes zu den Osterfeuern. Früher hieß es, je höher das Feuer lodert, desto besser wächst der Flachs.

An die reinigende Kraft des Feuers glaubten nicht nur die Menschen im Spreewald und in der Lausitz, dieser Brauch ist weit verbreitet. Hier packt vor allem die männliche Dorfjugend zu, wenn es darum geht, den Stapel mit trockenen Ästen aufzutürmen. Dabei entsteht die eine oder andere Idee, wie man knauserigen Zeitgenossen einen Schabernack oder Streich spielen kann. Wer sich also zum Zapust zu sparsam verhält, läuft Gefahr, am Ostersonntagmorgen vielleicht sein Gartentürchen suchen zu müssen.

In einigen Orten der Niederlausitz wird der Brauch des Ostersingens wieder belebt.

Bis in die 1950er Jahre gingen die unverheirateten Mädchen um die Fluren ihres Heimatortes und sangen die Choräle, die sie während der Spintezeit gelernt hatten. Das Überleben der Bauern war von einer guten Ernte abhängig, und viele Rituale haben sich über Jahrzehnte oder Jahrhunderte erhalten, mit denen die Menschen gute Ernten bewirken wollten. Als Konzert wird das Ostersingen jeweils am Karfreitag in der Kirche zu Dissen/Dešno vom Chor “?užyca” in Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum in Dissen angeboten. In Jänschwalde/Janšojce dagegen belebt man diesen Brauch im Morgengrauen des Ostersonntags auf traditionelle Weise.

Aus vorchristlicher Zeit stammt auch der Glaube des Menschen an die reinigende und gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers. Junge Mädchen gingen vor Sonnenaufgang am Ostersonntag das sogenannte Osterwasser holen. Der Weg musste von den Mädchen schweigend zurückgelegt werden, sonst war es Plapperwasser. Man glaubte daran, dass das Wasser gesund und schön macht. Auch dieser Brauch hat sich in der modernen Zeit verloren.

Das Osterreiten findet man heute überwiegend in der Oberlausitz, wo es im katholischen sorbischen Gebiet ebenso darum geht, auf die Fruchtbarkeit der Fluren, durch das Umreiten und singen kirchlicher Lieder in der sorbischen Muttersprache positiv einzuwirken. Sehr beeindruckend sind die Bilder der Prozessionen mit teilweise über hundert Reitern. Im Spreewald lebt das Osterreiten in Lübbenau weiter. Hier sind die Protestanten mit dem gleichen Ziel unterwegs. Sogar Frauen dürfen mitreiten, das ist in der Oberlausitz unvorstellbar.

Mit den geschenkten Eiern kann man gut waleien, das heißt, auf einer extra hergerichteten Schräge lassen die Kinder die Ostereier herabrollen. Ein schöner Spaß, dem auch wieder der Fruchtbarkeitszauber zugrunde liegt.

 

In den Sommer – pure Lebensfreude

Bis zum erwachenden Mai ist nun nicht mehr viel Zeit und auf den Dörfern muss man sich um den Maibaum kümmern. Natürlich ist auch hier die Art und Weise des Schmückens und des Aufstellens von Ort zu Ort unterschiedlich. Auf jeden Fall muss der Maibaum hoch sein, mit einem girlandengeschmückten Stamm, mindesten einem Kranz, der frischen Birke an der Spitze und bunten oder blau-rot-weißen Bändern und einer brandenburgischen oder sorbischen Fahne, die weit sichtbar ist, ausgestattet. In einigen Orten der Niederlausitz wurde dieser Baum zu Pfingsten aufgestellt. Nur in Drachhausen wird dies heut noch so gemacht.

Das enge Verhältnis der wendischen/sorbischen Bevölkerung zur Natur zeigt sich ebenso zum Johannisreiten, immer um den Johannistag herum. Casel/Kózle in der Niederlausitz am Rande des Spreewaldes ist der einzige Ort in Deutschland, in dem der Brauch noch liebevoll gepflegt wird. Kräuter und Blumen, die zu Johanni gepflückt werden, sollen Glück, Freude am Leben und Gesundheit bringen. Das Ritual des Johannisreitens beginnt am frühen Morgen mit dem Seerosen- und Binsen-Holen. Viele Meter Kornblumenranken werden von den Mädchen und Frauen hergestellt, um dann den Johann damit vollständig zu benähen.

Der Johann erhält eine reich geschmückte Krone und muss der Mutigste unter den Jugendlichen des Ortes sein. Wenn seine Begleiter zu Pferde müde geworden sind, wird der Johann von den Zuschauern gerupft, denn jede so erbeutete Blume gilt als Glücksbringer für das ganze Jahr.

Ernte – die Früchte der Kultur

Nun beginnt die Erntezeit, eine gute Getreideernte trägt maßgeblich dazu bei, dass das Überleben der ländlichen Bevölkerung gesichert ist. So war es noch vor 100 Jahren. Die wendischen/sorbischen Erntebräuche werden aber schon viel länger begangen.

Die zentrale Figur ist nun der Hahn/kokot. Als Fruchtbarkeitssymbol hat er mit dem Abschluss der Getreideernte seine Kraft verbraucht und ein neuer Hahn muss her. Der alte Hahn wird symbolisch gefangen, gerupft, oder geschlagen. Natürlich präsentieren sich die unverheirateten Mädchen wieder in ihrer schönsten Tracht, der Festtagstracht. Junge Burschen sollten schon Mut haben, wenn sie im Galopp reitend vom Pferd aus den Hahn rupfen wollen. Beim Hahnrupfen/?apanje kokota ist erster König, wer den Kopf reißt, die Reihenfolge der Flügel entscheidet über den Zweit- und Drittplatzierten. Aber nur der erste König darf beim Superkokot teilnehmen.

Die Domowina als Träger der Jugendarbeit in den ländlichen Siedlungsstrukturen der Niederlausitz veranstaltet nun schon seit 15 Jahren diese “Weltmeisterschaft im Hahnrufen”, den Superkokot. Hier treffen sich die Könige und wetteifern um den Titel Superkral, den König der Könige. Beeindruckend ist neben den reiterischen Aktionen besonders die Vielfalt der Trachtenvarianten der Mädchen aus den Dörfern des Spreewaldes und der gesamten Niederlausitz, die man zum Superkokot vergleichen kann.

Auch das Hahnschlagen/zabijanje kokota  wird praktiziert, wobei sich der Hahn selbst diese Aktion entspannt von Weitem betrachten kann, also keinen Schaden nimmt.

Das Stollenreiten ist noch in Neu Zauche/Nowa Niwa zu bestaunen und auch Kranzstechen wird in einigen Dörfern gepflegt. Vereinzelt wird der Festgottesdienst zum Erntefest in das Brauchtum einbezogen.

 

Zum Winter – Beisammensein und sich besinnen

Vorbei ist die Zeit des Wachstums und der Ernte, es ist Ende Oktober. Kartoffeln und Möhren sind eingemietet, die Gurken haben die Keller in Gläsern erobert.

Jetzt wird es Zeit zum Schlachten. Bis in die 1980er Jahre wurde in beinahe jedem Gasthaus mit Saal eine Kirmes/kjarmuša gefeiert. Ein Kulturprogramm zum Auftakt, dann gutes und reichhaltiges Essen und anschließend Musik zum Tanzen. So wird eine Kirmes richtig gefeiert. In Byhleguhre/B??a Góra läßt man es sich nicht nehmen, dazu auch die wendische Tracht zu tragen.

Im November beginnt wieder die Spintezeit.

Die Weihnachtszeit ist eher eine stille Zeit der wendischen Landbevölkerung. Der Drebom wird geschmückt, ein Spreewälder Vorgänger des Weihnachtsbaumes, den man in Burg/Bórkowy noch ab und zu sieht.

In der Adventszeit ist das wendische Christkind/?i?etko unterwegs, um Kinder zu beschenken.

In Jänschwalde wird dieser Brauch am intensivsten gepflegt und in einigen Museen kann man die besondere Tracht des Jänschwalder Christkindes/Janšojski bog betrachten.

Die Weihnachtsfeier, wie sie heute überall üblich ist, wird godownicka genannt.

 

Sorbisch – was wir sprechen, leben wir

Zur wendischen Kultur gehört ebenso die Pflege der wendischen/sorbischen Sprache in verschiedenen Zusammenhängen. Die Lausitz ist zweisprachig, das bemerken Reisende an den zweisprachigen Beschilderungen auf ihrem Weg durch die Lausitz.

Im Witaj-Projekt wachsen Kinder in Kindertagesstätten bereits umhüllt mit der Muttersprache ihrer Vorfahren auf. Sie verinnerlichen die Sprache durch erklärende Handlungen ihrer jeweiligen Erzieherin. Kinder saugen eine zweite Sprache einfach auf. Sorbischunterricht gibt es an Grund- und Oberschulen der Lausitz und sogar bis zum Abitur hat man heute wieder die Möglichkeit, die sorbische Sprache zu lernen.

Studienmöglichkeiten für Slawistik oder Sorbisch zum Lehramt führen das Angebot weiter.

Der Anwendung der wendischen/sorbischen Sprache sind im Beruf kaum Grenzen gesetzt, wenn man es will.

Im gesamten Tourismusbereich freut sich der von weit hergereiste Gast über jeden, der ihm fachkundig seine Fragen beantworten kann. Natürlich möchte der Eine oder Andere auch den Klang des Wendischen/Sorbischen hören. Dabei unterscheidet sich die kleinste slawische Sprache von den anderen durch ihre besonders schöne Sprachmelodie.

Seit reichlich zehn Jahren kümmert sich eine Gruppe Sprachkundiger um die Organisation und Gestaltung wendischer Gottesdienste/serbke namšy. Mit viel Mühe wurde ein wendischsprachiges Gesangbuch wieder herausgegeben und wendischsprachige Handreichungen für den Gottesdienst sind ebenso verfügbar.

Im Cottbuser Wendischen Haus gibt es die einzige Niedersorbische Bibliothek der Lausitz, ja weltweit. Hier ist nicht nur Literatur in ober- und niedersorbischer Sprache ausleihbar, sondern auch deutschsprachige Fach- und Sachliteratur und ebenso Belletristik in deutscher Sprache zu wendischen/sorbischen Themen. Filme, Musik, Kinderbücher und natürlich Wörterbücher sind ebenso vorhanden.

Wer eine Zeitung in wendischer/sorbischer Sprache sucht, muss mit der Wochenzeitung  “Nowy Casnik” zufrieden sein. Hier liest man die Neuigkeiten aus dem Spreewald, der Nieder- und Mittellausitz in wendischer, manchmal auch in deutscher Sprache.

 

Kultur übertragen und erleben

Eine Stunde Hörfunkprogramm des rbb wird täglich von montags bis freitags von 12.00 bis 13.00 Uhr angeboten, sonntags von 12.30 bis 14.00 Uhr. Monatlich wird das Magazin “?užyca” in wendischer/sorbischer Sprache im rbb Fernsehen von Interessierten gern gesehen.

Eine Vielfalt von Konzerten mit klassischer als auch moderner Musik sorbischer Komponisten wird angeboten. An einigen Orten gibt es Programme des Sorbischen National Ensembles und des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters aus Bautzen zu erleben, natürlich auch im Spreewald. Dörfliche und kirchliche Chöre widmen sich dem sorbischen Liedgut.

Alte Handwerkstechniken, wie Blaudrucker, Harkenbauer, Körbeflechter und andere präsentieren sich auf verschiedenen Märkten im Spreewald.

 

Na zasejwi?enje we B?otach, w Dolnej ?užycy.

Auf Wiedersehen im Spreewald, in der Niederlausitz.

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