Eine besondere Region

Natur, Geschichte und Kultur –
das ist der Wirtschaftsraum Spreewald

Region & Wirtschaftsraum

Seitdem der Spreewald Spreewald ist, war er auch immer ein wirtschaftlich besonderer Bereich, der sich geografisch und kulturell vom Umland abhebt. Zur Region gehören daher neben dem unmittelbaren Biosphärenreservat auch größere Teile von drei Landkreisen und der kreisfreien Stadt Cottbus, wo sich traditionelle Gewerke zu den heutigen Wirtschaftszweigen entwickelt haben. Um den Wirtschaftsraum zu definieren, wurden regionale Akteure befragt, das Gebiet des Fließgewässersystems und die Besiedlungsgeschichte berücksichtigt.

Das Biosphärenreservat – Mensch und Natur in Harmonie

Die 4 Zonen des Reservats

 

Als Landschafts- und Naturschutzgebiet ist das Biosphärenreservat in drei bzw. vier Zonen eingeteilt. Sie entsprechen einem Übergang von der ursprünglichen Natur zur Kulturlandschaft. Um alle Eigenschaften des einzigartigen Gebiets zu erhalten, hat jeder Bereich eine andere Ausrichtung.

Zone

Hier herrschen Ruhe und Ursprünglichkeit: Die Kernzone ist absolutes Naturschutzgebiet. Man bezeichnet sie deswegen auch als Totalreservat. Betreten werden darf das Gebiet nur zu Forschungszwecken. Ansonsten ist die Natur sich selbst überlassen.

 

In den Ökosystemen haben seltene Tierarten wie Biber oder Fischotter ein sicheres Zuhause gefunden. Den wichtigsten Lebensraum bilden die Bruch-, Sumpf- und Auwälder, welche von kleinen Wasseradern durchflossen sind.

 

So, wie in den 7 Abschnitten der Kernzone, welche 2,5 Prozent des Biosphärenreservats ausmachen, wird der Spreewald wohl vor seiner Erschließung ausgesehen haben.

Zone

Der als Pflegezone bezeichnete Bereich ist ebenfalls Naturschutzgebiet. Er wird zwar von Menschen betreten und auch teilweise bewirtschaftet, aber nach sehr strengen Regeln. Zum Beispiel mähen Landwirte ihre kleinen Grünflächen in diesem Gebiet recht selten. Sie arbeiten eng mit der Verwaltung des Biosphärenreservats zusammen und erhalten so wichtige Lebensräume.

 

Neben der Ummantelung von Zone 1 geht es in der Pflegezone aber auch um den Erhalt der traditionell gewachsenen Kulturlandschaft, also nicht nur um biologische Vielfalt, sondern auch um landschaftliche. So wie früher lebt der Mensch im Einklang mit der Natur.

Zone

Wie die Schale einer Muschel umschließt die Entwicklungszone das Naturschutzgebiet. Sie selbst wird als harmonische Kulturlandschaft bezeichnet. Die Bewahrung des abwechslungsreichen Terrains mit seinen für den Spreewald typischen Häusern, Äckern und Kanälen, sowie der klassischen Parklandschaft steht hier im Vordergrund.

 

Ein Teil davon – auch als Zone 4 bezeichnet – umfasst Gebiete, die früher durch intensive Bewirtschaftung geschädigt wurden. Diesen Flächen gibt man Raum zur Regeneration. Die gesamte Zone 3 ist Landschaftsschutzgebiet. Teile davon sollen in der Zukunft auch in Naturschutzgebiete umgewandelt werden.

Ein Mosaik aus Wasser,
Wiesen, Wald und Mensch

Das Biosphärenreservat Spreewald erstreckt sich auf einer Länge von ca. 55 Kilometern entlang des Mittellaufs der Spree. Dabei verzweigt sich der Fluss hier zu einem komplexen System von Wasserläufen, welche zusammen eine Gesamtlänge von etwa 1150 Kilometern erreichen. Als Fließe durchziehen sie die aufgelockerte Landschaft wie ein Adersystem. Daher liegt die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit auch bei 81 Prozent. Wir haben es hier schließlich mit einem erschlossenen Sumpfgebiet zu tun, welches zu 20 Prozent unter Naturschutz steht.

Und anders, als man dem Namen nach annehmen könnte, hat der Wald mit 27 Prozent gar nicht den größten Flächenanteil, sondern wird vom Grünland auf Rang zwei verwiesen. So ist es auch kein Wunder, dass die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft gern mit einem Park verglichen wird. Kleinteilige Wiesen, Wald und Ackerflächen wechseln sich ab und formen einen wunderschönen Flickenteppich.

Wald & Wiesen

Ein Weg schlängelt sich von der Weite in die Dichte. Auf Feuchtwiesen glitzern Wasserperlen. Im Wald berühren sich Baumzweige über den vermeintlich stillstehenden Wasseradern. Die ,Everglades Mitteleuropas‘ ziehen nicht nur Menschen in ihren Bann, sondern bieten auch vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Geologische Geschichte ist hier spürbar, Natur erlebbar.
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Mit dem größten Anteil an ökologisch bewirtschafteter Landfläche ist der Spreewald heute ein Paradebeispiel für naturnahen Landbau. Kleinteilige Feldflächen und eine geringe Dichte an Nutztieren geben der Natur genug Raum, um sich entlang ursprünglicher Lebensweisen zu entfalten.
Doch das war nicht immer so. Im letzten Jahrhundert litt die Landschaft unter der massiven Ausbreitung intensiver Bewirtschaftung und Industrien wie dem Lausitzer Tagebau. Den Weg zu einer planmäßigen aber noch immer vielgestaltigen Nutzung hatten allerdings bereits die Preußen geebnet.
Immerhin haben sie so damals die Gurke auf Erfolgskurs geschickt – freilich, ohne es zu wissen. Lange vor ihnen war der Spreewald von wendischen Bauern und Fischern besiedelt worden, welche – so merkwürdig es klingen mag – mit ihrer Erschließung der Sümpfe sogar die Artenvielfalt förderten. Ihnen verdanken wir unserer Kulturlandschaft. Entlang der Fließe geht es mit dem Wasser zurück zu den Anfängen der Besiedlung des Spreewalds.
„Einst pflügte der Teufel die Spree. Er pflügte mit zwei schwarzen Ochsen und lautem Gebrüll. Das ging schwer, die Ochsen kamen nicht so richtig vom Fleck. Da nahm der Teufel seine Mütze und warf sie vor Wut nach den Ochsen. Die sprangen vor Schreck kreuz und quer – darum ist die Spree heute so krumm und stark verzweigt.“
Sage aus der Spreewälder Volksdichtung

Mensch & Manier

 

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts kaum von der umliegenden Welt wahrgenommen, zieht die traditionelle Kultur der Sorben/Wenden immer mehr Menschen an.
Die ländliche Manier, die Eigenheiten, der Stolz auf regionale Speisen und die Vergangenheit – einfach authentisch.

Charme

Mit Hektik kommt man hier nicht weiter, mit Herzlichkeit aber sehr wohl. Gerade raus, so mögen wir‘s am liebsten.
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Sorben / Wenden

Die Ersten werden die Schönsten sein. Kulturelle Vielfalt mit slawischen Wurzeln erstrahlt in aller Pracht und Ihrer eigenen Sprache.
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Ehrliches Essen

Einiges aus der deutschen Küche kann der Spreewälder einfach besser. Und darf‘s ein bisschen deftiger sein?
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