Europäische Innovationspartnerschaft (EIP)

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1. Treffen der Operationellen Gruppe des EIP Spreewälder Gurken in 2019

Vorstellung weiterer Ergebnisse und Präzisierung der diesjährigen Arbeitsplanungen

Lübben, 02.04.2019. Die Operationelle Gruppe des EIP-Projektes „Spreewälder Gurken“ fand sich am 19.03.2019 zu ihrer ersten Beratung in diesem Jahr – nun schon traditionell – in der Spreewaldkonserve Golßen zusammen.

Frau Kersten vom ZALF e.V. erläuterte neue Ergebnisse aus den aktuellen Untersuchungen. Der erste Schwerpunkt bildete die Populationsdynamik von Spinnmilben. Sie ist sensitiv im Boden und der Phyllosphäre mittels qPCR feststellbar. Die bisherigen beiden Untersuchungsjahre sind durch sehr gegensätzliche Witterungsbedingungen gekennzeichnet gewesen. Das Jahr 2017 war durch Starkregenfälle und das Jahr 2018 durch Trockenheit und Hitze charakterisiert. Festgestellt werden konnte, dass ein Überwinterungspotential bis zu einer Bodentiefe von 20 cm vorhanden ist und die Startpopulation den Entwicklungsverlauf während der Saison prägt.

Frühzeitig ermittelte Spinnmilben-Hotspots im Boden können als Quelle für ein kontinuierliches Auftreten von Spinnmilben an der Pflanze angesehen werden. Die Invasion der Spinnmilben aus der Phyllosphäre zeigt sich als Hauptfaktor der Schädigung von Gurkenpflanzen. Entsprechend wird das Randstreifenprogramm mit Tagetes (Repellent-Wirkung) in 2019 ausgeweitet. Bezüglich der Gewächshausversuche mit Virus infizierten Gurkenpflanzen (ZYMV, CGMMV) konnten erste Ergebnisse vorgestellt werden. Bei der ZYMV-Infektion zeigte sich eine Reduktion der Knackigkeit und Festigkeit pasteurisierter Gurken nach einer Lagerzeit von 4 Monaten und nochmals verstärkt nach 6 Monaten Lagerung. Diese Erkenntnisse werden nun in den Beständen der Spreewälder Gurken geprüft.

Aufgrund des hohen Stellenwertes des Alternaria-Befallsdruckes im Boden – als Risikopotential für ein Weichwerden – sind im Spätherbst 2018 auf den für den Gurkenanbau in 2019 in Frage kommenden Flächen, zusätzliche Beprobungen vorgenommen worden. Die Ergebnisse fließen in Auswahl der Schläge für 2019 ein. Zusätzlich wird der Versuch unternommen, hohe Bodenpilzvorkommen mit Bakterien/Mykorrhiza-Präparaten zu bekämpfen.

Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg informierte über die Texturuntersuchungen bei Gewürzgurken mit unterschiedlicher Lagerdauer sowie bei Rohware und von Hotspot-Proben. Die Standardproben zur Rohware und zu pasteurisierten Gurken zeigen weitestgehend unauffällig Texturwerte. Den in 2017 gewonnenen Anhaltspunkt, dass Starkniederschläge in der Folge eine Tendenz zum Weichwerden auslösen, konnten in 2018 keine weiteren Erkenntnisse hinzugewonnen werden, da dieses Phänomen in 2018 nicht auftrat. Die Hotspotanalysen zeigten keine eindeutige Tendenz, so dass für klare Aussagen die Untersuchungswiederholung in 2019 abzuwarten ist.

Interessant ist die Feststellung, wonach sich bei der Untersuchung von Sonderproben pasteurisierter Gurken, die nach dem Merkmal heller Spitzen an der Frucht ausgewählt wurden, signifikante Unterschiede im Vergleich zu Referenzproben ergaben. Sie waren deutlich weicher. Ebenfalls fortgeführt wurden die Enzymuntersuchungen zu Zwiebeln, Senfkörnern und Essig. Von diesen Zutaten geht keine beeinträchtigende Aktivität aus. Im Gegensatz dazu, zeigte sich erneut, dass der Reifegrad von Dill eine wichtige Rolle bezüglich der Enzymaktivität spielt. Mit zunehmendem Reifegrad nehmen die Aktivitäten von strukturschädigenden Enzymen zu. Die Untersuchungen werden in 2019 weitergeführt.

Basierend auf dem Projektarbeitsplan, konkretisierten die Akteure die Herangehensweise in 2019. Die beiden Anbaubetriebe stellten die vier Versuchsflächen vor. Die Wissenschaftler des ZALF e.V. erläuterten das Beprobungsraster in 2019. Es ist durch Konzentration auf eine Sorte und vergleichende Betrachtungen von Kontrollflächen, Flächenarealen mit Kalkstickstoffausbringung sowie von Flächenarealen mit Bakterien/Mykorrhizabehandlung geprägt. Meilensteine im 3. Arbeitsjahr des Projektes sind eine Vielzahl von speziellen Untersuchungen mit definierten Faktoren in Hinblick auf ein Potential zum Weichwerden von pasteurisierten Gurken. Solche Faktoren sind z.B.:
– Hohe Alternariaabundanz
– Invasive Spinnmilbenbefallsprozesse
– Virusanalyse auf ZYMV und CGMMV in den Beständen
– Einsatz von Dill in 3 Reifestufen.
Aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse werden Flächen mit Kalkstickstoff bzw. mit Bakterien/Mykorrhiza-Mischung behandelt. Davon werden zusätzliche Proben gezogen.
Herr Frehn sprach allen Beteiligten für die geleistete Arbeit seinen Dank aus und wünschte für die anspruchsvolle Arbeitsplanung in 2019 viel Energie und gute Gelingen.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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3. Treffen der Operationellen Gruppe in 2018

Ergebnisse der Projektumsetzung vom 27. November 2018

Am 27.11.2018 tagte die Operationelle Gruppe in Golßen zum dritten Mal in diesem Jahr. Eingangs gaben die Projektkoordinatoren Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf einen Überblick über die bisherige Arbeit im Projekt. Dabei verglichen sie zunächst den Witterungsverlauf im Jahr 2018 mit dem im vorangegangenen Jahr. Die beiden Projektjahre stellten besondere Anforderungen. Während 2017 bedeutende Starkregenereignisse in der Erntesaison zu registrieren waren, verlief das Jahr 2018 sehr trocken und warm. Leadpartner Herr Frehn dazu:

In Schöneiche gab es in 2018 bis jetzt 283 mm Niederschlag, davon 110 mm von April bis November. Üblich sind 550 bis 600 mm Niederschlag.

Gemäß Arbeitsplan fanden die Felderhebungen auf je zwei Schlägen der beiden beteiligten Anbaubetriebe mit direktem Vergleich von zwei Gurkensorten statt. Die Proben zur Untersuchung des Befalls mit Verticillium, Fusarium/Alternaria und Roter Spinne sind entsprechend des für 2018 zutreffenden räumlichen und zeitlichen Beprobungsplanes gezogen worden. Beprobt wurde Saatgut und Pflanzgut sowie in den Anbauflächen je nach Zeitpunkt explizit Boden bzw. Boden, Blätter, Blüten und Gurkenfrüchte. Die Beprobungen erfolgten vor dem Anbau, nach der Vliesabnahme, zum Erntebeginn, während der Vollernte und zum Ernteende.

Das Beprobungsraster umfasste pro Flugbahn 36 Beprobungspunkte. Insgesamt sind 8 Flugbahnen in die Versuchsflächen integriert gewesen. Zur Untersuchung des Befallsdrucks im Gurkenschlag und der Belastung, die von den Nachbarkulturen ausgeht, fanden auch in 2018 ca. 90 Luftkeimproben statt. Die Beprobung des Erntegutes verlief über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen. An 4 Tagen in jeder Woche sind jeweils ein Kilogramm frische Gurken an die HS Neubrandenburg versandt worden.

Frau Kersten berichtete über aktuelle Ergebnisse der Untersuchungen im ZALF e.V. Die Populationsdynamik von Spinnmilben ist sensitiv im Boden/Phyllosphäre mittels qPCR feststellbar. Während es 2017 aufgrund der Witterungsbedingungen nur einen geringen Befall, keine Kalamitäten und keine Invasion aus Nachbarkulturen gab, war das Jahr 2018 durch Hotspots im Boden und Invasion aus benachbarten Streifen mit Unkräutern gekennzeichnet. Darüber wurde auch mit einem Poster auf der Deutschen Pflanzenschutztagung berichtet, die vom 11. bis 14. September 2018 in Stuttgart stattfand. Untersuchungen zur Alternaria-Abundanz im Boden und der Textur der Gurken ergaben: Ab einem Grenzwert von mehr als 430 Genomen/g Boden treten frische Gurken von verminderter Festigkeit auf (Bestätigung der Ergebnisse von 2017). Darüber hinaus gab es Gewächshausversuche zur Hypothese, dass auch Pflanzenviren (ZYMV, CGMMV) die Gurkentextur negativ beeinflussen.

Frau Scharf informierte über Ergebnisse aktueller Untersuchungen an der Hochschule Neubrandenburg. Dargestellt wurde die Knackigkeit von Rohware und Gewürzgurken aus der Ernte 2018 und die Knackigkeit von Gewürzgurken mit unterschiedlicher Lagerdauer aus der Ernte 2017. Dabei ergab sich, dass nach Starkniederschlägen tendenziell weichere Gurken festgestellt wurden. Sonderproben von pasteurisierten Gurken mit hellen Spitzen ergaben ebenfalls signifikante Unterschiede zur Normalprobe (weichere Textur). Darüber hinaus wurden Enzymuntersuchungen zu verschiedenen Varianten von frischem Dill durchgeführt. Festgestellt wurde, je reifer der Dill je höher sind die Enzymaktivitäten. Mit zunehmender Erhitzung findet aber ein Abbau der Enzymaktivitäten statt. Weiterhin im Fokus der Untersuchungen stehen Besiedlungen der Gurken mit Pilzen, die die Pasteurisierung überstehen und damit Quelle des Weichwerdens sein können.

Nach der Vorstellung der Arbeitsergebnisse wurden abgeleitete Maßnahmen zur Konkretisierung des Arbeitsplanes in 2019 diskutiert. Dabei geht es unter anderem um ein Vormonitoring potentieller Anbauflächen auf Alternaria, den Einsatz prophylaktischer Maßnahmen gegen Alternaria und Spinnmilben und die Analyse neuer Kalamitätsproben. Abschließend dankte Herr Frehn vom gleichnamigen Gurkenhof als Leadpartner allen Beteiligten für die geleistete Arbeit und stellte fest, dass sich die Projektdurchführung im Rahmen der vorgegebenen Meilensteine des Arbeitsplanes befindet.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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2. Treffen der Operationellen Gruppe in 2018 mit anschließendem Feldtag

Ergebnisse der Projektumsetzung vom 5. Juli 2018

Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und externe Dienstleister haben sich zusammengetan, um in Zukunft eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse-Erzeugung GmbH & Co. KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination liegt bei Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf. Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein. Frau Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel wird auf den Prüfstand gestellt. Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden.

Seit gut 1 ½ Jahren arbeiten die Mitglieder der Operationellen Gruppe (OG) an der Thematik „Nachhaltig intensivierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse zur sicheren Produktion von Spreewälder Gurken g.g.A.“. Am 5. Juli 2018 trafen sich die Mitglieder der OG, Vertreter des Innovationsdienstleisters (gsub) und des Spreewaldvereines e.V., der die Schutzgemeinschaft Spreewälder Gurken repräsentiert, sowie weitere Gäste im Tagungsraum der Spreewaldkonserve Golßen zur 2. Tagung in 2018.

Auf der Tagesordnung stand die Vorstellung weiterer Ergebnisse der Untersuchungen in den wissenschaftlichen Einrichtungen und Erläuterungen zur Spezifik der Gurkensaison 2018. Spreewälder Gurken von rund 2/3 der Anbaufläche, die im Spreewald zur Verarbeitung gelangen, entfallen auch in diesem Jahr auf die beiden im Projekt mitarbeitenden Betriebe. Heinz-Peter Frehn vom Leadpartner, dem Gurkenhof Frehn, erklärte, dass sich die meteorologischen Anbaubedingungen in diesem Jahr grundlegend von denen des Vorjahres unterscheiden. Der kalten Witterung zu Ostern, folgten ohne Übergang sommerliche Temperaturen. So konnten bereits die ersten Gurken von den Versuchsflächen am 02.06.2018 geerntet werden.

Die wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich, gemäß Projektarbeitsplan, unter anderem auf die Dynamik des Alternariabefalls im Boden und im Fruchtkörper der Gurke und auf die Populationsentwicklung von Spinnmilben im Boden, untersucht mit der Methode der quantitativen PCR. Frau Kersten vom ZALF Müncheberg stellte Konzepte und einen ersten Untersuchungsansatz vor, wonach das Weichwerden von Gurken auch durch Virusinfektionen ausgelöst sein könnte. Frau Scharf präsentierte Ergebnisse der Enzymuntersuchungen von zwei Essigvarianten von reifem und frischem grünen Dill sowie von Senfkörnern. Darüber hinaus stellte sie die ersten Texturuntersuchungen aus der Ernte 2018 (Knackigkeit und Festigkeit) sowie die Weiterführung der Texturuntersuchungen von pasteurisierten Gurken aus der Ernte 2017 vor. Diese Daten wurden in den Kontext zu den Niederschlagsmengen bezogen auf den Erntezeitpunkt interpretiert.

Unter der Federführung von Herrn Thoene aus der Geschäftsführung der Spreewaldkonserve Golßen erhielten die Teilnehmer der Beratung einen Einblick in die aktuelle Saison bei der Verarbeitung von Einlegegurken. Dabei erfolgte ein intensiver Gedankenaustausch zu technologischen Aspekten im Verarbeitungsprozess. Schwerpunkte bildeten die Qualitätssicherung und Fragen der Diversifizierung des Sortimentes. Die Feldbegehung erfolgte im Betrieb Gurkenhof Frehn auf der Versuchsfläche in Damsdorf. Auf diesem Schlag ist in diesem Jahr planmäßig der Einsatz von Raubmilben gegen die Spinnmilben getestet worden. Im Mittelpunkt der Diskussion zwischen Praktikern und Wissenschaftlern standen die in diesem Jahr anstehenden Kalamitätsproben von Gurken. Basis dafür sind Bodenuntersuchungsergebnisse zum Zeitpunkt der Vollernte.

Abschließend stellte Herr Frehn fest, dass sich die Projektdurchführung auf einem guten Weg befindet.

Weitere Informationen: https://mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.447874.de

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

Bilder vom Feldtag

 


Vorstellung erster Ergebnisse auf der 3. Tagung der Operationellen Gruppe

Lübben, 14.12.2017. Die Operationelle Gruppe tagte am 28.11.2017 zum dritten Mal erneut in der Spreewaldkonserve Golßen. Eingangs gaben die Projektkoordinatoren Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf einen Überblick über die bisherige Arbeit im Projektverlauf, gemäß des Arbeitsplans. So wurde ermittelt, dass knapp 60 % der Anbauflächen von Einlegegurken, die im Spreewald zur Verarbeitung kommen, durch das Projekt erfasst sind. Die Versuchsflächen sind Teilschläge in den Betrieben Gurkenhof Frehn – Leadpartner des Projektes – und der Knösels Gemüseerzeugung GmbH & Co.KG.

Die Proben zur Untersuchung des Befalls mit Verticillium, Fusarium/Alternaria, Phytium und Roter Spinne sind entsprechend des räumlichen und zeitlichen Beprobungsplanes gezogen worden. Folgende Zahlen geben Auskunft über die umfangreiche Arbeit des Praxisassistenten, Thomas Lux, der die Versuchsflächen in den beiden Betrieben betreut hat: 160 Spezialproben zur Untersuchung des Stickstoffgehaltes im Boden, 3408 Bodenproben zur Analyse des Befallsdrucks mit Schaderregern, 180 Proben von frischen Gurken, 240 Blattproben, 40 Proben zur Untersuchung des Einflusses von Nachbarschaftskulturen auf den Befallsdruck im Gurkenschlag.

Dem gleichen Zweck dienten die 80 Luftkeimproben. Die Beprobungsschemata erläuterte Thomas Lux und stellte an einem Beispiel den Witterungsverlauf dar. Die Beprobung des Erntegutes verlief über einen Zeitraum von ca. zehn Wochen. An vier Tagen pro Woche wurden je 2 x 1 Kilogramm frische Gurken an die Hochschule Neubrandenburg und das ZALF e.V. Müncheberg versandt. Gleichfalls sind 40 Versuchschargen pasteurisierter Gewürzgurken, insgesamt 480 Gläser, für die Analysen bereitgestellt worden. Diese Materialgrundlage stellt sicher, dass die Wissenschaftler bis zur nächsten Gurkensaison Untersuchungen entsprechend dem Projektarbeitsplan durchführen können. Frau Kersten, wissenschaftliche Mitarbeiterin im ZALF, stellte im Folgenden die Quantitative PCR (qPCR) als wichtigste Untersuchungsmethode zur Ermittlung des Befallsdrucks mit Schaderregern vor.

Das Besondere dieser Methode besteht darin, dass selbst geringste Mengen genetischen Materials quantifiziert werden können. Bei der anschließenden Erläuterung vorläufiger Ergebnisse am Beispiel des Alternariabefalls vor dem Anbau zeigte sich, dass innerhalb der einzelnen Schläge eine große Heterogenität (hot spots) zu verzeichnen ist. Daraus wurde für die Arbeitsweise im nächsten Jahr abgeleitet, von auffälligen Messpunktarealen zusätzliche Proben frischer und pasteurisierter Gurken zu untersuchen. Diese Vorgehensweise steht in Übereinstimmung mit dem Arbeitsplan, Kalamitätsproben vorzunehmen. Prof. Meurer vom Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften der Hochschule Neubrandenburg stellte mit seinem Beitrag „Messung der Textur und pectinolytischer Enzyme von Gurken“ die methodische Vorgehensweise in seinem Fachgebiet vor.

Besonderes Interesse fanden die Darlegungen zur Messung der Knackigkeit von Gurken. Auf der Basis einer ein Zentimeter dicken Gurkenscheibe werden durch ein Spezialmessgerät Kraft-Weg-Kurven ermittelt, deren Steigung ein Maß für die Knackigkeit darstellt. Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg gab Auskunft zu Ergebnissen aktueller Untersuchungen. Aufgefallen ist, dass einzelne Probetermine signifikante Abweichungen in der Knackigkeit aufwiesen. Hier deutet sich ein Zusammenhang mit Wetterphänomenen wie Starkregen und besonders tiefen Nachttemperaturen an. Für weitergehende Bewertungen ist der Fortlauf der Analysentätigkeit der eingelagerten Proben in den wissenschaftlichen Einrichtungen abzuwarten. Die Diskussion ergab, dass in den Zutaten Essig und Zwiebeln Enzymaktivitäten gemessen wurden, die einer verstärkten Betrachtung zu unterziehen sind. Abschließend stellte Herr Frehn vom Gurkenhof Frehn als Leadpartner fest, dass sich die Projektdurchführung auf einem guten Weg befindet. Dr. Liedtke / Dr. Hopf

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.


 

Projekt soll Qualität von Spreewälder Gurken sichern Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft bewilligt

Lübben, 15.03.2017. Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungsein-richtungen und externe Dienstleister kooperieren, um in Zukunft eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Gefördert wird das Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) aus Mitteln der EU und des Landes Brandenburg in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis Anfang 2021. Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel wird auf den Prüfstand gestellt.

Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden. Auch der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK) begrüßt das Projekt und betont den „unschätzbaren Wert“ der zu erwartenden Ergebnisse. Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse- Erzeugungs GmbH & Co.KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibnitz-Institut für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination über-nehmen Dietmar Liedtke und Christian Hopf. Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein. Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Die „Europäische Innovationspartnerschaft“ (EIP-Agri) ist von der EU ins Leben gerufen worden, um einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung zu fördern. Die europäische Landwirtschaft soll dadurch produktiver und gleichzeitig nachhaltiger werden. Spreewälder Gurken sind als Delikatesse deutschlandweit bekannt. Anbau und Veredlung von Gurken besitzen im Spreewald eine lange Tradition. Grund genug für die Europäische Kommission, Spreewälder Gurken im Jahr 1999 als geographische Angabe (g.g.A.) unter besonderen Schutz zu stellen. Die regionalen Einlegereien und Konservenbetriebe haben sich zudem verpflichtet, hundert Prozent der erforderlichen Rohware für Spreewälder Gurken-Erzeugnisse von Anbaubetrieben aus der Region zu beziehen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks-ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.

 

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