Europäische Innovationspartnerschaft (EIP)

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Vorstellung erster Ergebnisse auf der 3. Tagung der Operationellen Gruppe

Lübben, 14.12.2017. Die Operationelle Gruppe tagte am 28.11.2017 zum dritten Mal erneut in der Spreewaldkonserve Golßen. Eingangs gaben die Projektkoordinatoren Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf einen Überblick über die bisherige Arbeit im Projektverlauf, gemäß des Arbeitsplans. So wurde ermittelt, dass knapp 60 % der Anbauflächen von Einlegegurken, die im Spreewald zur Verarbeitung kommen, durch das Projekt erfasst sind. Die Versuchsflächen sind Teilschläge in den Betrieben Gurkenhof Frehn – Leadpartner des Projektes – und der Knösels Gemüseerzeugung GmbH & Co.KG.

Die Proben zur Untersuchung des Befalls mit Verticillium, Fusarium/Alternaria, Phytium und Roter Spinne sind entsprechend des räumlichen und zeitlichen Beprobungsplanes gezogen worden. Folgende Zahlen geben Auskunft über die umfangreiche Arbeit des Praxisassistenten, Thomas Lux, der die Versuchsflächen in den beiden Betrieben betreut hat: 160 Spezialproben zur Untersuchung des Stickstoffgehaltes im Boden, 3408 Bodenproben zur Analyse des Befallsdrucks mit Schaderregern, 180 Proben von frischen Gurken, 240 Blattproben, 40 Proben zur Untersuchung des Einflusses von Nachbarschaftskulturen auf den Befallsdruck im Gurkenschlag.

Dem gleichen Zweck dienten die 80 Luftkeimproben. Die Beprobungsschemata erläuterte Thomas Lux und stellte an einem Beispiel den Witterungsverlauf dar. Die Beprobung des Erntegutes verlief über einen Zeitraum von ca. zehn Wochen. An vier Tagen pro Woche wurden je 2 x 1 Kilogramm frische Gurken an die Hochschule Neubrandenburg und das ZALF e.V. Müncheberg versandt. Gleichfalls sind 40 Versuchschargen pasteurisierter Gewürzgurken, insgesamt 480 Gläser, für die Analysen bereitgestellt worden. Diese Materialgrundlage stellt sicher, dass die Wissenschaftler bis zur nächsten Gurkensaison Untersuchungen entsprechend dem Projektarbeitsplan durchführen können. Frau Kersten, wissenschaftliche Mitarbeiterin im ZALF, stellte im Folgenden die Quantitative PCR (qPCR) als wichtigste Untersuchungsmethode zur Ermittlung des Befallsdrucks mit Schaderregern vor.

Das Besondere dieser Methode besteht darin, dass selbst geringste Mengen genetischen Materials quantifiziert werden können. Bei der anschließenden Erläuterung vorläufiger Ergebnisse am Beispiel des Alternariabefalls vor dem Anbau zeigte sich, dass innerhalb der einzelnen Schläge eine große Heterogenität (hot spots) zu verzeichnen ist. Daraus wurde für die Arbeitsweise im nächsten Jahr abgeleitet, von auffälligen Messpunktarealen zusätzliche Proben frischer und pasteurisierter Gurken zu untersuchen. Diese Vorgehensweise steht in Übereinstimmung mit dem Arbeitsplan, Kalamitätsproben vorzunehmen. Prof. Meurer vom Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften der Hochschule Neubrandenburg stellte mit seinem Beitrag „Messung der Textur und pectinolytischer Enzyme von Gurken“ die methodische Vorgehensweise in seinem Fachgebiet vor.

Besonderes Interesse fanden die Darlegungen zur Messung der Knackigkeit von Gurken. Auf der Basis einer ein Zentimeter dicken Gurkenscheibe werden durch ein Spezialmessgerät Kraft-Weg-Kurven ermittelt, deren Steigung ein Maß für die Knackigkeit darstellt. Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg gab Auskunft zu Ergebnissen aktueller Untersuchungen. Aufgefallen ist, dass einzelne Probetermine signifikante Abweichungen in der Knackigkeit aufwiesen. Hier deutet sich ein Zusammenhang mit Wetterphänomenen wie Starkregen und besonders tiefen Nachttemperaturen an. Für weitergehende Bewertungen ist der Fortlauf der Analysentätigkeit der eingelagerten Proben in den wissenschaftlichen Einrichtungen abzuwarten. Die Diskussion ergab, dass in den Zutaten Essig und Zwiebeln Enzymaktivitäten gemessen wurden, die einer verstärkten Betrachtung zu unterziehen sind. Abschließend stellte Herr Frehn vom Gurkenhof Frehn als Leadpartner fest, dass sich die Projektdurchführung auf einem guten Weg befindet. Dr. Liedtke / Dr. Hopf

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.


 

Projekt soll Qualität von Spreewälder Gurken sichern Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft bewilligt

Lübben, 15.03.2017. Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungsein-richtungen und externe Dienstleister kooperieren, um in Zukunft eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Gefördert wird das Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) aus Mitteln der EU und des Landes Brandenburg in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis Anfang 2021. Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel wird auf den Prüfstand gestellt.

Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden. Auch der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK) begrüßt das Projekt und betont den „unschätzbaren Wert“ der zu erwartenden Ergebnisse. Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse- Erzeugungs GmbH & Co.KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibnitz-Institut für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination über-nehmen Dietmar Liedtke und Christian Hopf. Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein. Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Die „Europäische Innovationspartnerschaft“ (EIP-Agri) ist von der EU ins Leben gerufen worden, um einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung zu fördern. Die europäische Landwirtschaft soll dadurch produktiver und gleichzeitig nachhaltiger werden. Spreewälder Gurken sind als Delikatesse deutschlandweit bekannt. Anbau und Veredlung von Gurken besitzen im Spreewald eine lange Tradition. Grund genug für die Europäische Kommission, Spreewälder Gurken im Jahr 1999 als geographische Angabe (g.g.A.) unter besonderen Schutz zu stellen. Die regionalen Einlegereien und Konservenbetriebe haben sich zudem verpflichtet, hundert Prozent der erforderlichen Rohware für Spreewälder Gurken-Erzeugnisse von Anbaubetrieben aus der Region zu beziehen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks-ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.

 

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