Europäische Innovationspartnerschaft (EIP)

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2. Tagung der Operationellen Gruppe des EIP Spreewälder Gurken in 2020 als Feldtag in den Betrieben Gurkenhof Frehn und Knösels Gemüse-Erzeugung

 

Die Operationelle Gruppe (OG) des EIP-Projektes Spreewälder Gurken führte ihre zweite Tagung in 2020 am 28. Juli als Feldtag durch. Den Auftakt bildete eine kurze Vorstellung neuester Zwischenergebnisse aus den Untersuchungen der wissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Gelände des Gurkenhofes Frehn. Als Gast der Veranstaltung konnte Maria Petschelt, EIP-Referentin im Referat 31 des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz begrüßt werden.

Heinz-Peter Frehn erläuterte die Besonderheiten und Schwierigkeiten der Anbausaison in 2020 unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Schwerpunkte bildete die Sicherung der Saisonarbeitskräfte für die Pflanz- und Erntearbeiten sowie die Absicherung der finanziellen Mehraufwendung für die Unterbringung der Arbeitskräfte, ihre Versorgung und die Sicherstellung der Hygienemaßnahmen.

Letztendlich ist es gelungen, in den beiden Anbaubetrieben die geplante Anbaufläche ins Feld zu stellen. D.h., die Versuchsflächen sind entsprechend des Arbeitsplanes und der letzten OG-Beratung fertiggestellt worden.

Herr Frehn, Herr Knösels und Herr Eggert berichteten zum bisherigen Witterungsverlauf in 2020 und dessen Auswirkung auf die Entwicklung der Bestände und die Ernte:

  • Luft- und Bodenfröste um den 12.05.2020 bis minus 6 °C führten zur Notwendigkeit des stellenweisen Nachpflanzens
  • Insgesamt wurden die Bestände geschädigt und reagierten mit Wuchsdepressionen, die sich bis heute bemerkbar machen
  • Insbesondere der Juli war durch tiefe Nachttemperaturen (bis + 5,2 °C in 2 m Höhe), große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nach (bis zu 20 °C), starke Winde und durch langzeitige Befeuchtung der Blätter (Taubildung, geringfügige Niederschläge) gekennzeichnet
  • Diese klimatischen Verhältnisse führten zur starken Ausbreitung des Falschen Mehltaues

Diese Bedingungen trugen insgesamt zur weiteren Verzögerung der Pflanzen- und Ertragsentwicklung bei.

Herr Eggert wertete die Daten der Wettermessstationen aus. Besondere Beachtung verdient die Tatsache, dass trotz häufigerer Niederschläge mit geringen Regenmengen, die Gesamtniederschlagsmenge bis dato sich nicht signifikant vom Trockenjahr 2019 unterscheidet.

Für das Projekt ergab sich daraus, dass die planmäßige Beprobung von Chargen frischer und pasteurisierter Gurken in diesem Jahr später einsetzte, voraussichtlich aber auch länger andauern wird, so dass der geplante Beprobungszeitraum sichergestellt wird.

Frau Cavael vom ZALF e.V. stellte Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Schwerpunkte waren:

  • Die Anlage des Gewächshausversuches in 2020 in Müncheberg: Einsatz von Mykorrhiza in Kombination mit ergänzenden Bakterien- und Huminstoffen – adäquat zu den Feldversuchen
  • Bisherige Ergebnisse des Gewächshausversuches: Geringfügige Wirkung der Präparatekombination, die die vegetative Leistung und Anzahl der Blüten erhält, die Qualität der Früchte verbessert und die Quantität der Früchte verringert
  • Einsatz von Salavida im Gewächshaus: Positive Auswirkungen auf die vegetative und generative Entwicklung
  • Feldanalysen zum Zeitpunkt T0: Heterogenität der bodenpilzlichen Konzentration an den einzelnen Messpunkten auf den Flächen KZL und FDL

Frau Jendro vom ZALF e.V. stellte die von Frau Kersten schriftlich zur Verfügung gestellten Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Schwerpunkte waren:

Inokulationsversuche mit Pilzen

  • Ausgangspunkte: 10 identifizierte Pilzarten an Gurken
  • Inokulation in verkaufsfertige Gurkengläser mit 4-stufigem Versuchsprogramm
  • Texturmessungen sind für Anfang August 2020 vorgesehen

Inokulationsversuche mit Pseudomonas

  • 5 Pseudomonasisolate wurden erzeugt und erneut sequenziert
  • Diese Isolate werden im Folgenden gemäß des 4-stufigen Versuchsprogramms untersucht

Gewächshausversuch mit phytopathogenen Viren

  • Konzentration auf den Typ ZYMV
  • Erster Versuch im März 2020 Corona bedingt abgebrochen
  • Wiederaufnahme ist angelaufen und wird bis Dezember bearbeitet

Frau Scharf von der HS Neubrandenburg stellte Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Schwerpunkte waren:

  • Messung der Knackigkeit von Mischproben aus Juli 2020. Diskutiert wurden divergierende Tendenzen von Knackigkeit und Enzymaktivitäten, insbesondere beim Einsatz von Tripod 12 auf den Schlägen KKL und FGL
  • Untersuchung von Gurken mit ZYV nach 7-monatiger Lagerung. Anders als in 2018 zeigen sich keine Texturunterschiede zur Kontrollprobe, keine auffälligen Enzymaktivitäten trotz Virusinfektion erkennbar
  • Hot spot-Proben aus 2019 mit Erhitzungs- und pH-Wert Versuchen, bezüglich Nachweis Endo-PG Erhitzungstests zeigen bei pH-Wert 4,0 und Temperaturen bei 50 °C ist eine hohe Aktivität der Endo-PG zu verzeichnen. Weitere Untersuchungen bei pH-Wert von 3,0 werden folgen

Nachfolgend begaben sich die Teilnehmer zur Bonitierung der Versuchsflächen auf die Schläge FDL und KKL. Dr. Liedtke übergab dazu ein Bonitierungsschema. Er erläuterte die zu bewertenden Merkmale wie Wüchsigkeit und Krankheitsbefall sowie das Bewertungssystem mit Noten zwischen 1 (sehr gut bzw. gering) und 5 (ungenügend bzw. hoch). Bewertet wurden auf beiden Schlägen Parzellen mit der Anwendung von Präparaten (Mykorrhiza, Tripod 12 und GeoHumat Plus) sowie Kontrollparzellen.

Es kann festgestellt werden, dass die mit GeoHumat Plus behandelten Parzellen sich wüchsiger und gesünder zeigten. Anzumerken ist, dass mit der Bonitierung nur eine Momentaufnahme erfasst ist.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

Der Feldtag in Bildern

Fotos: Daniel Eggert / Gurkenhof Frehn

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Vorstellung ausgewählter Projektergebnisse und von Arbeitsvorhaben in 2020

Vorbemerkung

Lübben, 17.08.2020. Aufgrund der Corona bedingten Situation konnte die für den 19.03.2020 vorgesehene und darum auf den 21.04.20 verschobene Beratung nicht durchgeführt werden. Die Informationen sind elektronisch übermittelt, fernmündliche ausgetauscht und für diesen Beitrag zusammengefasst worden.

Einige ausgewählte Ergebnisse im EIP-Projekt

Nachhaltig intensivierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse zur sicheren Produktion von Spreewälder Gurken g.g.A.

  1. Mit heutigem Stand können negative Auswirkungen sonstiger Zutaten (Dill, Zwiebeln, Senfkörner, Sud) bei pasteurisierten Gewürzgurken in Bezug auf ein Weichwerden ausgeschlossen werden. Nach der Pasteurisierung konnten keine relevanten Enzymaktivitäten, die für ein Weichwerden verantwortlich sein könnten, festgestellt werden. Auch nach einem längeren Lagerungszeitraum konnte kein Wiederaufleben der enzymatischen Aktivitäten konstatiert werden.
  2. Als neuer innovativer Ansatz wurde der Einfluss von Viruserkrankungen auf ein mögliches Weichwerden von pasteurisierten Gurken untersucht. Aus einem Gewächshausversuch in 2018 wurden mit dem ZYMV-Virus infizierte Gurken pasteurisiert und nach Lagerzeitraum von 3, 6 und 12 Monaten auf Texturveränderungen untersucht. Es konnten signifikante geringere Festigkeitswerte festgestellt werden, die im Lagerungszeitraum zunahmen.
    Die Analysen von in 2019 auf dem Feld gefundenen Virus belasteten Gurken bestätigen diese Ergebnisse. Lichtmikroskopische Untersuchungen von Schnitter infizierten Gurken zeigen auffällige Zellveränderungen.
  3. In 2019 wurde bei der Hotspot-Beprobung zwischen den Zeiträumen T3 (Anfang August) und T4 (Anfang September) eine Abnahme der Knackigkeit um 20 Prozent festgestellt. Die Bodenanalysen ergaben gravierende Unterschiede in der pilzlichen und bakteriellen Besiedlung zu diesen Zeitpunkten. Es erfolgte ein Umschlag der Besiedlung mit Alternaria in eine Besiedlung mit Fusarium und ein Hochlaufen von Pseudomonas. Dieses Phänomen gilt es in 2020 weiter zu untersuchen, wobei ein Zeitpunkt T5 (Ende September) in das Untersuchungsschema eingefügt wird.
  4. Eine signifikant geringere Festigkeit bestätigte sich bei pasteurisierten Gurken aus Kalamitätsproben, die aus Gurken mit ausgeprägt hellen Spitzen bestanden.
  5. Gegenwärtig richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Einfluss von Schimmelpilzrassen auf das Weichwerden von pasteurisierten Gurken. Verschiedene Schimmelproben sind sequenziert und auf ihre Fähigkeit, den Pasteurisierungsprozess zu überstehen, bewertet worden. Aktive Pilzrassen sind in Kalamitätsproben pasteurisiert worden. In entsprechenden Lagerzeiträumen erfolgen nunmehr die Texturuntersuchungen.
  6. Abrundend wird informiert, dass zur Thematik der nachhaltigen Intensivierung, Feldversuche mit dem Einsatz von Mykorrhiza, Huminsäuren und Kalkstickstoff stattfanden. Die Ergebnisse unterschieden sich je nach den Resultaten der Herbstbeprobung der Schläge. Bei Schlägen mit einer geringen Alternariabelastung im Herbst zeigte der Einsatz von Kalkstickstoff eine positive Wirkung. In 2020 wird der kombinierte Einsatz von Kalkstickstoff mit Huminsäuren als ein Ansatz für die Best-off-Variante getestet.

Vorgehensweise gemäß Arbeitsplan in 2020

  • Als Standort sind wie in den vorangegangenen Jahren jeweils 2 Schläge in den beiden Anbaubetrieben ausgewählt worden. Das Zeitraster der Beprobung auf den Anbauflächen folgt ebenfalls dem der Vorjahre. Das gleiche gilt für die Probenahme an Gurkenrohware und die planmäßigen Proben an pasteurisierten Gurken.
  • Im Sinne der nachhaltigen Intensivierung werden auf allen 4 Schlägen die Mittel Tripod 12 und GeoHumat Plus eingesetzt. Ihre Wirkung wird jeweils mit Kontrollflächen verglichen.
  • Mit Blick auf die best-off-Variante sind alle Erdpresstöpfe für die Versuchsflächen mit Mykorrhiza inokuliert worden.
  • Zusätzliche wird mit dem Präparat Salavida gearbeitet. Ziel ist es, ein Umschlagen der Bodenbesiedlung mit Alternaria in eine Besiedlung mit Fusarium und Pseudomonas zu verhindern.
  • Weitergearbeitet wird an der Entwicklung einer Strategie gegen die Schädigung der Gurkenpflanzen durch Spinnmilben. Bei Raubmilben wird sich auf den Einsatz der Art Amblyselus californicus konzentriert. Unterstützend erfolgt der der Einsatz des Mittels Neudosan®.
  • Im Sinne der Validität der Ergebnisse werden Kalamitätsproben zu qualitätsmindernden Faktoren fortgesetzt.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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3. Tagung der Operationellen Gruppe des EIP Spreewälder Gurken in 2019

Vorstellung und Diskussion aktueller Ergebnisse

Golßen, 19.12.2019. Daniel Eggert als Praxisassistent beim Leadpartner, dem Gurkenhof Frehn, stellte die Auswertung der Witterungsverläufe in 2019 vor. Den Ausgangspunkt bildete die Niederschlagsverteilung von Januar bis Oktober 2019 in Deutschland. Festzustellen ist, dass die Niederschlagshöhen im Spreewald wieder besonders gering waren. Die Defizite des Vorjahres konnten durch die Winterniederschläge nicht ausgeglichen werden. Das bestätigen auch die Messergebnisse der eigenen Wetterstationen.

Von April bis September 2019 waren zudem die Verdunstungswerte in mm (ETO-Summe) höher als die Niederschlagsmengen. Zu den Temperaturen lässt sich feststellen, dass das Jahr 2019 in den Durchschnittswerten deutlich kühler als 2018 ausfiel, sogar ähnlich der Werte in 2017 war. Bedeutsam für die Entwicklung der Gurkenbestände war, dass in 2019 drei Temperaturpiks mit Werten von > 35 °C im Maximum zu verzeichnen waren. Diese führten zu Blatttemperaturwerten, die für die Pflanzen einen extremen Witterungsstress bedeuteten. Die letzte Hochtemperaturphase Ende August war zudem kombiniert mit einer starken Belastung der Gurkenpflanzen durch Mehltau und Spinnmilben. Die Projektkoordinatoren gaben eine Zusammenfassung über die Arbeiten in 2019.

Die Felderhebungen fanden, gemäß Arbeitsplan, auf je zwei Schlägen der beiden Anbaubetriebe statt. In die Versuche wurde nur die Sorte „Liszt“ einbezogen. Zur Lösungsfindung sind zu sieben Zeitpunkten Proben zur Untersuchung des Befalls mit pilzlichen und tierischen Schaderregern genommen worden. Über einen Zeitraum von ca. acht Wochen sind von jedem Schlag in 14-tägigem Turnus Proben frischer Gurken und Proben daraus verarbeiteter Gurken den wissenschaftlichen Einrichtungen zugesandt worden. Schwerpunkt des 3. Projektjahres waren Kalamitätsproben (jeweils frische und pasteurisierte Gurken)
• Alternariabefall (nach Hot-Spots-Ermittlung aus Bodenproben)
• Befall mit Spinnmilben (aus visuellen Hot-Spots)
• Befall mit Schimmelpilzen (nach Lagerversuchen)
• Virusbefall (aus Gewächshausversuchen und von Feldfrüchten)

Diskutiert wurde die Spinnmilbenproblematik in 2019. Festgestellt wurde, dass der Raubmilbeneinsatz immer ein Vabanquespiel ist. Zu früh angewandt „verhungern“ die Raubmilben, zu spät angewandt, erreichen sie keine Wirksamkeit. Es zeigt sich, dass das Mittel Ordoval auch weiterhin einen festen Platz in der kontrolliert integrierten Produktion haben muss. Der Raubmilbenbefall erreichte in diesem Jahr eine Dimension von 20.000 Milben pro Gramm Blatt. Es handelte sich um eine in sich geschlossene Invasion, ohne dass dadurch eine besondere Bodenbelastung entsteht.
Der Einsatz anderer alternativer Mittel, z.B. Öle und Molke, sind im Biohof schon praktiziert worden, allerdings ohne signifikanten Erfolg. Der Einsatz von Duftstoffen erscheint noch überlegenswert.

Frau Kersten berichtete über aktuelle Untersuchungsergebnisse im ZALF e.V. Im Gewächshausversuch mit Virus infizierten Gurken wurde über Texturveränderungen pasteurisierter Gurken im Lagerungszeitraum von 4, 6 und 12 Monaten berichtet. Bei der Infektion mit dem Zucchini-Yellow-Mosaik-Virus konnten signifikant geringere Festigkeitswerte in allen 3 Zeiträumen festgestellt werden. Die Abstände zur Kontrollvariante vergrößerten sich noch in den Untersuchungszeiträumen 6 und 12 Monate. Die Analysen von in 2019 auf dem Feld gefundenen Virus belasteten Gurken bestätigen diese Ergebnisse.

Dagegen hat eine Infektion mit dem CGMMV-Virus keine Auswirkungen auf die Festigkeit der Gurken. Zur Zeit steht die mikroskopische Zellstrukturanalyse von Virus infizierten Gurken im Mittelpunkt der Untersuchung. Darüber hinaus werden Pilzisolate von durch Langzeitlagerung zum Schimmeln gebrachter roher Gurken gewonnen. Dabei soll der Pilztyp identifiziert werden, der einen Pasteurisierungsprozess übersteht.

Dr. Lentzsch berichtete über Ergebnisse der Feldversuche, insbesondere mit Blick auf den Einsatz von Mykorrhiza und Kalkstickstoff. Der Einsatz beider Mittel ist abhängig von den Ergebnissen der herbstlichen Bodenuntersuchungen. Diese führt zu einer Bodenklassifizierung, entsprechend dem Befall mit Alternaria. Sie sind auch in 2020 wieder durchzuführen und gehören zu den Instrumentarien der best-off-Variante.

Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg stellte weitere Untersuchungsergebnisse vor. Festgestellt wurde die Abnahme der Knackigkeit pasteurisierter Gurken ab Erntezeitpunkt September. Gleiches gilt für die Hot-Spots-Beprobung. Hier nahm die Knackigkeit von T3 auf T4 um 20 Prozent ab. Das ist auf gravierende Unterschiede in der pilzlichen und bakteriellen Besiedlung zu diesen Zeitpunkten zurückzuführen. Ebenfalls festgestellt wurde eine signifikant geringere Festigkeit bei pasteurisierten Gurken mit hellen Spitzen. Die Beprobung von pasteurisierten Gurken mit Schimmelpilz Induktion sind nach sechs Monaten Lagerzeit fortzuführen.

Herr Frehn als Leadpartner des Projektes würdigte die Arbeit aller Projektpartner in 2019 und merkte an, dass sich der Projektablauf entsprechend der Meilensteine des Arbeitsplanes vollzieht. Zugleich stellte er fest, dass die Komplexität und Vielschichtigkeit des Untersuchungsgegenstandes neue Fragen aufgeworfen hat und noch ein großer Umfang an Arbeiten zu erledigen ist.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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2. Tagung der Operationellen Gruppe des EIP Spreewälder Gurken in 2019

Vorstellung aktueller Ergebnisse und Feldtag

Golßen, 4. Juli 2019. Die Operationelle Gruppe des EIP-Projektes „Spreewälder Gurken“ fand sich am 04.07.2019 zu ihrer zweiten Beratung in diesem Jahr in der Spreewaldkonserve Golßen zusammen.

Eingangs wertete Herr Frehn vom Lead-Partner Gurkenhof Frehn den Arbeitsbesuch von Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde, am 19.06.2019 aus. Die Beiträge der wissenschaftlichen Einrichtungen zu den Ergebnissen aus den ersten beiden Jahren der Projektlaufzeit gaben einen guten Überblick über die Tätigkeiten gemäß Projektarbeitsplan. Dies wurde durch eine zusammenfassende Darstellung der Koordinatoren untermauert. Auf den Versuchsflächen Damsdorf des Gurkenhofes Frehn informierte sich Frau Dr. Schilde über die Anlage und Durchführung der Feldversuche in 2019. Abschließend wünschte Frau Dr. Schilde dem Projekt weiterhin einen erfolgreichen Verlauf.

Herr Frehn informierte die Teilnehmer der 2. OG-Beratung in 2019 über die Bestandsentwicklung auf den Gurkenschlägen im laufenden Jahr. Er ging dabei auf die Nachtfröste Anfang Mai und auf die extrem hohen Temperaturen in der 26. Kalenderwoche ein. Praxisassistent Daniel Eggert stellte die Daten zum bisherigen Wetterverlauf am Beispiel der Station Damsdorf vor. Kernaussagen betrafen die Niederschlagsdefizite ab April 2019 und Temperaturabweichungen nach oben, hier besonders im Juni. Für die Projektkoordinatoren erläuterte Dr. Liedtke die diesjährige Anbausituation von „Spreewälder Gurken“ im Wirtschaftsraum Spreewald. Er stellte fest, dass rund zweidrittel der Anbaufläche von Spreewälder Gurken, die auch im Spreewald zur Verarbeitung gelangen, durch die beiden im Projekt mitarbeitenden Anbauer erfasst ist.

Frau Kersten stellte aktuelle Ergebnisse der Untersuchungen im ZALF e.V. vor. Schwerpunktmäßig erläuterte sie die Gewächshausversuche mit Virus infizierten Gurkenpflanzen. Festzustellen ist, dass bei den Rohgurken keine signifikanten Texturunterschiede (HS Neubrandenburg) zwischen mit Virus infizierten Gurken und Gurken aus der Kontrollvariante ermittelt werden konnten. Vorgestellt wurden nächste Arbeitsschritte mit dem Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer (FTIR) und in der Mikroskopie. Der zweite Schwerpunkt bezog sich auf die Suche nach Schimmelpilzarten, die Auslöser für das Weichwerden sein können. Im Speziellen ist die Schimmelpilzart Byssochlamys beschrieben worden.

Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg informierte über ihre Untersuchungsergebnisse. Der erste Schwerpunkt bezog sich auf die textur- und enzymatischen Untersuchungen verschiedener Proben. Trotz großer Wetterunterschiede zwischen 2017 und 2018 konnten keine Unterschiede hinsichtlich des Knackigkeitsbereiches festgestellt werden. Das betrifft die beiden Sorten „Liszt“ und „Platina“. Die Untersuchungen zu Dill zeigen, dass dieser als Verursacher eines Weichwerdens vermutlich ausgeschlossen werden kann. In Hotspot-Proben von Alternaria konnte bei einer stark erhöhten Anzahl von Alternaria Genomen pro g Boden (im fünfstelligen Bereich) eine erhöhte Enzymaktivität in den Gurken festgestellt werden.

Frau Cavael stellte erste Ergebnisse des Gewächshausversuches im ZALF vor. Dabei geht es um Applikation von Mykorrhiza und Bakterien in die Erdpresstöpfe und in den Boden bei der Pflanzung. Für die Pflanzung ist Boden von zwei Versuchsflächen mit hoher bzw. niedriger Alternaria-Abundanz verwendet worden. Diese Böden haben signifikante Effekte in der vegetativen und generativen Phase der Gurke. Weitere Arbeiten werden sich auf die Quantifizierung der Bodenpilze und die Bestimmung des Mykorrhizierungsgrades beziehen.

Beim Feldtag sind zwei Schläge mit Versuchsflächen begutachtet worden. Verglichen wurde der Entwicklungsstand der Gurkenpflanzen nach den Merkmalen Wüchsigkeit und Gesundheit auf den Teilflächen mit Kalkstickstoff, mit Mykorrhiza und auf der Kontrollfläche.

Feldbesuch der Operationellen Gruppe

Projektassistent Daniel Eggert bei der Feldkontrolle

Es kann festgestellt werden, dass zwischen der Kontrollvariante und Variante mit Kalkstickstoff-Einsatz auf beiden Schlägen keine Unterschiede bei der visuellen Betrachtung ermittelt wurden. Der Einsatz der Mykorrhiza brachte auf einem Schlag ebenfalls keinen Unterschied zur Kontrollvariante. Auf dem zweiten Schlag war das vegetative Wachstum bei Mykorrhiza-Einsatz geringer (die Reihen waren noch nicht zugewachsen), zugleich zeigte sich die Pflanzengesundheit verbessert.

Die Teilnehmer der Beratung waren sich einig, dass die anstehenden Arbeiten in den nächsten Wochen und Monaten von großen Herausforderungen bei den Probennahmen, hier besonders bezüglich der Kalamitätsproben, und bei der Analyse und Auswertung gekennzeichnet sind.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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Staatssekretärin Schilde informierte sich über Spreewälder Gurkenprojekt

Golßen, 19. Juni 2019. Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde informierte sich in Golßen und bei einem anschließenden Feldbesuch über den Stand des EIP-Projekts „Nachhaltig intensivierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse zur sicheren Produktion von Spreewälder Gurken g.g.A.“. EIP steht für die in Brandenburg äußerst erfolgreichen Europäischen Innovationpartnerschaften, Wissenschafts-Praxis-Verbünde, die über den EU-Agrarfonds ELER finanziert werden.

Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg stellt ihre Untersuchungsergebnisse vor

Die Abkürzung „g.g.A.“ steht für EU-weit „geografisch geschützte Angabe“. Als erste kulinarische Spezialität Brandenburgs stehen Spreewälder Gurken seit März 1999 nach Vermittlung des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums unter diesem europäischen Markenschutz. Seitdem muss auch „Spreewald“ im Glas oder in der Konserve sein, wo Spreewald draufsteht: Die Verarbeitung darf nur im Wirtschaftsraum Spreewald erfolgen. Nach einer Selbstverpflichtung der Spreewälder Gurkenanbau- und Verarbeitungsbetriebe wird ausschließlich regional erzeugte Rohware für die Verarbeitung zu Spreewälder Gurken g.g.A. verwendet. Immerhin machen Spreewälder Gurken 18 Prozent am deutschen Gesamtmarkt für verarbeitete Gurken aus.

Damit die Erfolgsgeschichte der Spreewaldgurke fortgeschrieben werden kann, muss die große Tradition durch eine innovative Forschung begleitet werden. Mit dem bis Februar 2021 laufenden Projekt sollen konkrete Lösungen zur Absicherung von Qualität und Menge der Gurkenrohwarenerzeugung in der integrierten Produktion erarbeitet werden. Ziel ist, die Ertragsverluste zu reduzieren und die Rohwarenproduktion im Hektarertrag zu steigern. Darüber hinaus sollen die Qualitätsprobleme der Spreewälder Gurken g.g.A. als pasteurisierte Konserven analysiert werden. Es gilt die Ursachen des Weichwerdens in der Konserve herauszufinden und Handlungsempfehlungen für die Praxis zu erarbeiten.

Dabei wird die gesamte Prozessabfolge von der Rohwarenproduktion bis zur Verarbeitung betrachtet. Die Ertragsausfälle in der Rohwarenerzeugung sollen durch die Entwicklung einer Anbaustrategie zur Verringerung von Schaderregereinflüssen gesenkt werden. Auch zur Vermeidung qualitätsmindernder Einflüsse im Verarbeitungs- und Lagerprozess wird Ursachenforschung betrieben, um Parameter zur Verhinderung dieser Einflüsse zur erarbeiten. Wissenschaftliche Lead-Partner sind die Fachhochschule Neubrandenburg sowie das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. im ostbrandenburgischen Müncheberg.

Textquelle: MLUL Land Brandenburg

Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde (l.) neben Heinz-Peter Frehn auf dem Gurkenflieger

 

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1. Treffen der Operationellen Gruppe des EIP Spreewälder Gurken in 2019

Vorstellung weiterer Ergebnisse und Präzisierung der diesjährigen Arbeitsplanungen

Lübben, 02.04.2019. Die Operationelle Gruppe des EIP-Projektes „Spreewälder Gurken“ fand sich am 19.03.2019 zu ihrer ersten Beratung in diesem Jahr – nun schon traditionell – in der Spreewaldkonserve Golßen zusammen.

Frau Kersten vom ZALF e.V. erläuterte neue Ergebnisse aus den aktuellen Untersuchungen. Der erste Schwerpunkt bildete die Populationsdynamik von Spinnmilben. Sie ist sensitiv im Boden und der Phyllosphäre mittels qPCR feststellbar. Die bisherigen beiden Untersuchungsjahre sind durch sehr gegensätzliche Witterungsbedingungen gekennzeichnet gewesen. Das Jahr 2017 war durch Starkregenfälle und das Jahr 2018 durch Trockenheit und Hitze charakterisiert. Festgestellt werden konnte, dass ein Überwinterungspotential bis zu einer Bodentiefe von 20 cm vorhanden ist und die Startpopulation den Entwicklungsverlauf während der Saison prägt.

Frühzeitig ermittelte Spinnmilben-Hotspots im Boden können als Quelle für ein kontinuierliches Auftreten von Spinnmilben an der Pflanze angesehen werden. Die Invasion der Spinnmilben aus der Phyllosphäre zeigt sich als Hauptfaktor der Schädigung von Gurkenpflanzen. Entsprechend wird das Randstreifenprogramm mit Tagetes (Repellent-Wirkung) in 2019 ausgeweitet. Bezüglich der Gewächshausversuche mit Virus infizierten Gurkenpflanzen (ZYMV, CGMMV) konnten erste Ergebnisse vorgestellt werden. Bei der ZYMV-Infektion zeigte sich eine Reduktion der Knackigkeit und Festigkeit pasteurisierter Gurken nach einer Lagerzeit von 4 Monaten und nochmals verstärkt nach 6 Monaten Lagerung. Diese Erkenntnisse werden nun in den Beständen der Spreewälder Gurken geprüft.

Aufgrund des hohen Stellenwertes des Alternaria-Befallsdruckes im Boden – als Risikopotential für ein Weichwerden – sind im Spätherbst 2018 auf den für den Gurkenanbau in 2019 in Frage kommenden Flächen, zusätzliche Beprobungen vorgenommen worden. Die Ergebnisse fließen in Auswahl der Schläge für 2019 ein. Zusätzlich wird der Versuch unternommen, hohe Bodenpilzvorkommen mit Bakterien/Mykorrhiza-Präparaten zu bekämpfen.

Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg informierte über die Texturuntersuchungen bei Gewürzgurken mit unterschiedlicher Lagerdauer sowie bei Rohware und von Hotspot-Proben. Die Standardproben zur Rohware und zu pasteurisierten Gurken zeigen weitestgehend unauffällig Texturwerte. Den in 2017 gewonnenen Anhaltspunkt, dass Starkniederschläge in der Folge eine Tendenz zum Weichwerden auslösen, konnten in 2018 keine weiteren Erkenntnisse hinzugewonnen werden, da dieses Phänomen in 2018 nicht auftrat. Die Hotspotanalysen zeigten keine eindeutige Tendenz, so dass für klare Aussagen die Untersuchungswiederholung in 2019 abzuwarten ist.

Interessant ist die Feststellung, wonach sich bei der Untersuchung von Sonderproben pasteurisierter Gurken, die nach dem Merkmal heller Spitzen an der Frucht ausgewählt wurden, signifikante Unterschiede im Vergleich zu Referenzproben ergaben. Sie waren deutlich weicher. Ebenfalls fortgeführt wurden die Enzymuntersuchungen zu Zwiebeln, Senfkörnern und Essig. Von diesen Zutaten geht keine beeinträchtigende Aktivität aus. Im Gegensatz dazu, zeigte sich erneut, dass der Reifegrad von Dill eine wichtige Rolle bezüglich der Enzymaktivität spielt. Mit zunehmendem Reifegrad nehmen die Aktivitäten von strukturschädigenden Enzymen zu. Die Untersuchungen werden in 2019 weitergeführt.

Basierend auf dem Projektarbeitsplan, konkretisierten die Akteure die Herangehensweise in 2019. Die beiden Anbaubetriebe stellten die vier Versuchsflächen vor. Die Wissenschaftler des ZALF e.V. erläuterten das Beprobungsraster in 2019. Es ist durch Konzentration auf eine Sorte und vergleichende Betrachtungen von Kontrollflächen, Flächenarealen mit Kalkstickstoffausbringung sowie von Flächenarealen mit Bakterien/Mykorrhizabehandlung geprägt. Meilensteine im 3. Arbeitsjahr des Projektes sind eine Vielzahl von speziellen Untersuchungen mit definierten Faktoren in Hinblick auf ein Potential zum Weichwerden von pasteurisierten Gurken. Solche Faktoren sind z.B.:
– Hohe Alternariaabundanz
– Invasive Spinnmilbenbefallsprozesse
– Virusanalyse auf ZYMV und CGMMV in den Beständen
– Einsatz von Dill in 3 Reifestufen.
Aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse werden Flächen mit Kalkstickstoff bzw. mit Bakterien/Mykorrhiza-Mischung behandelt. Davon werden zusätzliche Proben gezogen.
Herr Frehn sprach allen Beteiligten für die geleistete Arbeit seinen Dank aus und wünschte für die anspruchsvolle Arbeitsplanung in 2019 viel Energie und gute Gelingen.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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3. Treffen der Operationellen Gruppe in 2018

Ergebnisse der Projektumsetzung vom 27. November 2018

Am 27.11.2018 tagte die Operationelle Gruppe in Golßen zum dritten Mal in diesem Jahr. Eingangs gaben die Projektkoordinatoren Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf einen Überblick über die bisherige Arbeit im Projekt. Dabei verglichen sie zunächst den Witterungsverlauf im Jahr 2018 mit dem im vorangegangenen Jahr. Die beiden Projektjahre stellten besondere Anforderungen. Während 2017 bedeutende Starkregenereignisse in der Erntesaison zu registrieren waren, verlief das Jahr 2018 sehr trocken und warm. Leadpartner Herr Frehn dazu:

In Schöneiche gab es in 2018 bis jetzt 283 mm Niederschlag, davon 110 mm von April bis November. Üblich sind 550 bis 600 mm Niederschlag.

Gemäß Arbeitsplan fanden die Felderhebungen auf je zwei Schlägen der beiden beteiligten Anbaubetriebe mit direktem Vergleich von zwei Gurkensorten statt. Die Proben zur Untersuchung des Befalls mit Verticillium, Fusarium/Alternaria und Roter Spinne sind entsprechend des für 2018 zutreffenden räumlichen und zeitlichen Beprobungsplanes gezogen worden. Beprobt wurde Saatgut und Pflanzgut sowie in den Anbauflächen je nach Zeitpunkt explizit Boden bzw. Boden, Blätter, Blüten und Gurkenfrüchte. Die Beprobungen erfolgten vor dem Anbau, nach der Vliesabnahme, zum Erntebeginn, während der Vollernte und zum Ernteende.

Das Beprobungsraster umfasste pro Flugbahn 36 Beprobungspunkte. Insgesamt sind 8 Flugbahnen in die Versuchsflächen integriert gewesen. Zur Untersuchung des Befallsdrucks im Gurkenschlag und der Belastung, die von den Nachbarkulturen ausgeht, fanden auch in 2018 ca. 90 Luftkeimproben statt. Die Beprobung des Erntegutes verlief über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen. An 4 Tagen in jeder Woche sind jeweils ein Kilogramm frische Gurken an die HS Neubrandenburg versandt worden.

Frau Kersten berichtete über aktuelle Ergebnisse der Untersuchungen im ZALF e.V. Die Populationsdynamik von Spinnmilben ist sensitiv im Boden/Phyllosphäre mittels qPCR feststellbar. Während es 2017 aufgrund der Witterungsbedingungen nur einen geringen Befall, keine Kalamitäten und keine Invasion aus Nachbarkulturen gab, war das Jahr 2018 durch Hotspots im Boden und Invasion aus benachbarten Streifen mit Unkräutern gekennzeichnet. Darüber wurde auch mit einem Poster auf der Deutschen Pflanzenschutztagung berichtet, die vom 11. bis 14. September 2018 in Stuttgart stattfand. Untersuchungen zur Alternaria-Abundanz im Boden und der Textur der Gurken ergaben: Ab einem Grenzwert von mehr als 430 Genomen/g Boden treten frische Gurken von verminderter Festigkeit auf (Bestätigung der Ergebnisse von 2017). Darüber hinaus gab es Gewächshausversuche zur Hypothese, dass auch Pflanzenviren (ZYMV, CGMMV) die Gurkentextur negativ beeinflussen.

Frau Scharf informierte über Ergebnisse aktueller Untersuchungen an der Hochschule Neubrandenburg. Dargestellt wurde die Knackigkeit von Rohware und Gewürzgurken aus der Ernte 2018 und die Knackigkeit von Gewürzgurken mit unterschiedlicher Lagerdauer aus der Ernte 2017. Dabei ergab sich, dass nach Starkniederschlägen tendenziell weichere Gurken festgestellt wurden. Sonderproben von pasteurisierten Gurken mit hellen Spitzen ergaben ebenfalls signifikante Unterschiede zur Normalprobe (weichere Textur). Darüber hinaus wurden Enzymuntersuchungen zu verschiedenen Varianten von frischem Dill durchgeführt. Festgestellt wurde, je reifer der Dill je höher sind die Enzymaktivitäten. Mit zunehmender Erhitzung findet aber ein Abbau der Enzymaktivitäten statt. Weiterhin im Fokus der Untersuchungen stehen Besiedlungen der Gurken mit Pilzen, die die Pasteurisierung überstehen und damit Quelle des Weichwerdens sein können.

Nach der Vorstellung der Arbeitsergebnisse wurden abgeleitete Maßnahmen zur Konkretisierung des Arbeitsplanes in 2019 diskutiert. Dabei geht es unter anderem um ein Vormonitoring potentieller Anbauflächen auf Alternaria, den Einsatz prophylaktischer Maßnahmen gegen Alternaria und Spinnmilben und die Analyse neuer Kalamitätsproben. Abschließend dankte Herr Frehn vom gleichnamigen Gurkenhof als Leadpartner allen Beteiligten für die geleistete Arbeit und stellte fest, dass sich die Projektdurchführung im Rahmen der vorgegebenen Meilensteine des Arbeitsplanes befindet.

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

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2. Treffen der Operationellen Gruppe in 2018 mit anschließendem Feldtag

Ergebnisse der Projektumsetzung vom 5. Juli 2018

Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen und externe Dienstleister haben sich zusammengetan, um in Zukunft eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse-Erzeugung GmbH & Co. KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination liegt bei Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf. Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein. Frau Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel wird auf den Prüfstand gestellt. Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden.

Seit gut 1 ½ Jahren arbeiten die Mitglieder der Operationellen Gruppe (OG) an der Thematik „Nachhaltig intensivierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse zur sicheren Produktion von Spreewälder Gurken g.g.A.“. Am 5. Juli 2018 trafen sich die Mitglieder der OG, Vertreter des Innovationsdienstleisters (gsub) und des Spreewaldvereines e.V., der die Schutzgemeinschaft Spreewälder Gurken repräsentiert, sowie weitere Gäste im Tagungsraum der Spreewaldkonserve Golßen zur 2. Tagung in 2018.

Auf der Tagesordnung stand die Vorstellung weiterer Ergebnisse der Untersuchungen in den wissenschaftlichen Einrichtungen und Erläuterungen zur Spezifik der Gurkensaison 2018. Spreewälder Gurken von rund 2/3 der Anbaufläche, die im Spreewald zur Verarbeitung gelangen, entfallen auch in diesem Jahr auf die beiden im Projekt mitarbeitenden Betriebe. Heinz-Peter Frehn vom Leadpartner, dem Gurkenhof Frehn, erklärte, dass sich die meteorologischen Anbaubedingungen in diesem Jahr grundlegend von denen des Vorjahres unterscheiden. Der kalten Witterung zu Ostern, folgten ohne Übergang sommerliche Temperaturen. So konnten bereits die ersten Gurken von den Versuchsflächen am 02.06.2018 geerntet werden.

Die wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich, gemäß Projektarbeitsplan, unter anderem auf die Dynamik des Alternariabefalls im Boden und im Fruchtkörper der Gurke und auf die Populationsentwicklung von Spinnmilben im Boden, untersucht mit der Methode der quantitativen PCR. Frau Kersten vom ZALF Müncheberg stellte Konzepte und einen ersten Untersuchungsansatz vor, wonach das Weichwerden von Gurken auch durch Virusinfektionen ausgelöst sein könnte. Frau Scharf präsentierte Ergebnisse der Enzymuntersuchungen von zwei Essigvarianten von reifem und frischem grünen Dill sowie von Senfkörnern. Darüber hinaus stellte sie die ersten Texturuntersuchungen aus der Ernte 2018 (Knackigkeit und Festigkeit) sowie die Weiterführung der Texturuntersuchungen von pasteurisierten Gurken aus der Ernte 2017 vor. Diese Daten wurden in den Kontext zu den Niederschlagsmengen bezogen auf den Erntezeitpunkt interpretiert.

Unter der Federführung von Herrn Thoene aus der Geschäftsführung der Spreewaldkonserve Golßen erhielten die Teilnehmer der Beratung einen Einblick in die aktuelle Saison bei der Verarbeitung von Einlegegurken. Dabei erfolgte ein intensiver Gedankenaustausch zu technologischen Aspekten im Verarbeitungsprozess. Schwerpunkte bildeten die Qualitätssicherung und Fragen der Diversifizierung des Sortimentes. Die Feldbegehung erfolgte im Betrieb Gurkenhof Frehn auf der Versuchsfläche in Damsdorf. Auf diesem Schlag ist in diesem Jahr planmäßig der Einsatz von Raubmilben gegen die Spinnmilben getestet worden. Im Mittelpunkt der Diskussion zwischen Praktikern und Wissenschaftlern standen die in diesem Jahr anstehenden Kalamitätsproben von Gurken. Basis dafür sind Bodenuntersuchungsergebnisse zum Zeitpunkt der Vollernte.

Abschließend stellte Herr Frehn fest, dass sich die Projektdurchführung auf einem guten Weg befindet.

Weitere Informationen: https://mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.447874.de

Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf

Bilder vom Feldtag

 


Vorstellung erster Ergebnisse auf der 3. Tagung der Operationellen Gruppe

Lübben, 14.12.2017. Die Operationelle Gruppe tagte am 28.11.2017 zum dritten Mal erneut in der Spreewaldkonserve Golßen. Eingangs gaben die Projektkoordinatoren Dr. Dietmar Liedtke und Dr. Christian Hopf einen Überblick über die bisherige Arbeit im Projektverlauf, gemäß des Arbeitsplans. So wurde ermittelt, dass knapp 60 % der Anbauflächen von Einlegegurken, die im Spreewald zur Verarbeitung kommen, durch das Projekt erfasst sind. Die Versuchsflächen sind Teilschläge in den Betrieben Gurkenhof Frehn – Leadpartner des Projektes – und der Knösels Gemüseerzeugung GmbH & Co.KG.

Die Proben zur Untersuchung des Befalls mit Verticillium, Fusarium/Alternaria, Phytium und Roter Spinne sind entsprechend des räumlichen und zeitlichen Beprobungsplanes gezogen worden. Folgende Zahlen geben Auskunft über die umfangreiche Arbeit des Praxisassistenten, Thomas Lux, der die Versuchsflächen in den beiden Betrieben betreut hat: 160 Spezialproben zur Untersuchung des Stickstoffgehaltes im Boden, 3408 Bodenproben zur Analyse des Befallsdrucks mit Schaderregern, 180 Proben von frischen Gurken, 240 Blattproben, 40 Proben zur Untersuchung des Einflusses von Nachbarschaftskulturen auf den Befallsdruck im Gurkenschlag.

Dem gleichen Zweck dienten die 80 Luftkeimproben. Die Beprobungsschemata erläuterte Thomas Lux und stellte an einem Beispiel den Witterungsverlauf dar. Die Beprobung des Erntegutes verlief über einen Zeitraum von ca. zehn Wochen. An vier Tagen pro Woche wurden je 2 x 1 Kilogramm frische Gurken an die Hochschule Neubrandenburg und das ZALF e.V. Müncheberg versandt. Gleichfalls sind 40 Versuchschargen pasteurisierter Gewürzgurken, insgesamt 480 Gläser, für die Analysen bereitgestellt worden. Diese Materialgrundlage stellt sicher, dass die Wissenschaftler bis zur nächsten Gurkensaison Untersuchungen entsprechend dem Projektarbeitsplan durchführen können. Frau Kersten, wissenschaftliche Mitarbeiterin im ZALF, stellte im Folgenden die Quantitative PCR (qPCR) als wichtigste Untersuchungsmethode zur Ermittlung des Befallsdrucks mit Schaderregern vor.

Das Besondere dieser Methode besteht darin, dass selbst geringste Mengen genetischen Materials quantifiziert werden können. Bei der anschließenden Erläuterung vorläufiger Ergebnisse am Beispiel des Alternariabefalls vor dem Anbau zeigte sich, dass innerhalb der einzelnen Schläge eine große Heterogenität (hot spots) zu verzeichnen ist. Daraus wurde für die Arbeitsweise im nächsten Jahr abgeleitet, von auffälligen Messpunktarealen zusätzliche Proben frischer und pasteurisierter Gurken zu untersuchen. Diese Vorgehensweise steht in Übereinstimmung mit dem Arbeitsplan, Kalamitätsproben vorzunehmen. Prof. Meurer vom Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften der Hochschule Neubrandenburg stellte mit seinem Beitrag „Messung der Textur und pectinolytischer Enzyme von Gurken“ die methodische Vorgehensweise in seinem Fachgebiet vor.

Besonderes Interesse fanden die Darlegungen zur Messung der Knackigkeit von Gurken. Auf der Basis einer ein Zentimeter dicken Gurkenscheibe werden durch ein Spezialmessgerät Kraft-Weg-Kurven ermittelt, deren Steigung ein Maß für die Knackigkeit darstellt. Frau Scharf von der Hochschule Neubrandenburg gab Auskunft zu Ergebnissen aktueller Untersuchungen. Aufgefallen ist, dass einzelne Probetermine signifikante Abweichungen in der Knackigkeit aufwiesen. Hier deutet sich ein Zusammenhang mit Wetterphänomenen wie Starkregen und besonders tiefen Nachttemperaturen an. Für weitergehende Bewertungen ist der Fortlauf der Analysentätigkeit der eingelagerten Proben in den wissenschaftlichen Einrichtungen abzuwarten. Die Diskussion ergab, dass in den Zutaten Essig und Zwiebeln Enzymaktivitäten gemessen wurden, die einer verstärkten Betrachtung zu unterziehen sind. Abschließend stellte Herr Frehn vom Gurkenhof Frehn als Leadpartner fest, dass sich die Projektdurchführung auf einem guten Weg befindet. Dr. Liedtke / Dr. Hopf

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.


 

Projekt soll Qualität von Spreewälder Gurken sichern Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft bewilligt

Lübben, 15.03.2017. Vertreter aus Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, Wissenschaftler aus Forschungsein-richtungen und externe Dienstleister kooperieren, um in Zukunft eine noch höhere und gleichbleibende Qualität der Spreewälder Gurken sicherzustellen. Gefördert wird das Vorhaben als Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) aus Mitteln der EU und des Landes Brandenburg in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis Anfang 2021. Der gesamte Wertschöpfungsprozess bei Spreewälder Gurken von der Saatgutauswahl, über den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Lebensmitteleinzelhandel wird auf den Prüfstand gestellt.

Ertragsverluste in der Landwirtschaft und Qualitätsverluste im Glas sollen zukünftig durch geeignete Maßnahmen minimiert werden. Auch der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK) begrüßt das Projekt und betont den „unschätzbaren Wert“ der zu erwartenden Ergebnisse. Projektträger ist der Gurkenhof Frehn. Außerdem beteiligen sich die Knösels Gemüse- Erzeugungs GmbH & Co.KG, die Spreewaldkonserve Golßen GmbH und die RABE Spreewälder Konserven GmbH. Die Hochschule Neubrandenburg und das Leibnitz-Institut für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg konnten als Partner für die wissenschaftliche Durchführung gewonnen werden.

Die Projektkoordination über-nehmen Dietmar Liedtke und Christian Hopf. Beide arbeiten bereits langjährig als externe Berater für den Spreewaldverein. Kerstin Reise betreut das Projekt finanztechnisch. Die „Europäische Innovationspartnerschaft“ (EIP-Agri) ist von der EU ins Leben gerufen worden, um einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung zu fördern. Die europäische Landwirtschaft soll dadurch produktiver und gleichzeitig nachhaltiger werden. Spreewälder Gurken sind als Delikatesse deutschlandweit bekannt. Anbau und Veredlung von Gurken besitzen im Spreewald eine lange Tradition. Grund genug für die Europäische Kommission, Spreewälder Gurken im Jahr 1999 als geographische Angabe (g.g.A.) unter besonderen Schutz zu stellen. Die regionalen Einlegereien und Konservenbetriebe haben sich zudem verpflichtet, hundert Prozent der erforderlichen Rohware für Spreewälder Gurken-Erzeugnisse von Anbaubetrieben aus der Region zu beziehen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten des MLUL, des Netzwerks-ländlicher Räume und der Europäischen Kommission.

 

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