Gurkenbauer aus Leidenschaft

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Heinz-Georg Embach baut mit Liebe und Erfahrung Spreewälder Gurken an

Heinz-Georg Embach ist Gurkenbauer mit Leidenschaft. Schon als Vierjähriger ist der gebürtige Hesse mit dem Traktor übers Feld geholpert. Heute gehört sein Spreewaldhof in Niewitz zu den elf Betrieben, die im Wirtschaftsraum Spreewald Einleger und Schälgurken anbauen. Mit bewährten Methoden und moderner Technik sorgt er auf seinen Äckern dafür, dass die Gurken in bester Qualität heranwachsen und dann in den Konservenbetrieben nach traditionellen Rezepturen veredelt werden können.

Gurken sind ein bisschen wie Kleinkinder: Sie brauchen viel Liebe, Pflege und immer ein wachsames Auge. Das alles bekommen sie von Heinz-Georg Embach. Mit kräftigen Händen, deren Haut von der Sonne gegerbt ist, streift er behutsam über die Gurkenpflanzen und schaut nach, ob es seinen Schützlingen gut geht. „Bei gutem Wetter wachsen die Gurken mehrere Zentimeter am Tag. Da kann man fast zusehen“, sagt der Bauer. Er muss es wissen. Schließlich schaut er täglich auf seinen Feldern nach dem Rechten – und hat dabei immer auch das Wetter im Blick. Ob Dürrephasen, Dauerregen, Hagelschauer oder eisige Nächte: Embach weiß auf den Tag genau, wann Wetterkapriolen seinen Pflanzen in den vergangenen Jahren zugesetzt haben.

Im Frühjahr sind die Nachtfröste der Hauptfeind des Spreewaldbauern. Anfang April setzt er tausende Samen in Erdpresstöpfe. Immer zwei Körner je Loch, 1,8-millionenmal. Pro Saison produziert der Landwirt auf diese Weise rund 3,6 Millionen Gurkenpflanzen für den eigenen Anbau. Sobald die beiden Keimblätter nach gut einer Woche das Licht des Spreewalds erblickt haben, kommen sie aufs Feld. Die Kinderstube auf dem Acker ist bestens vorbereitet: In langen schwarzen Bahnen liegen Mulchfolie und Tropfschläuche aus. Wenn die Erdpresstöpfchen mit Maschinenhilfe in die Folie gesetzt werden, hat die Sonne den Boden darunter schon angenehm erwärmt. Zum Schutz vor Kälte, Wind und hungrigen Tieren kommt zusätzlich noch ein Vlies auf die jungen Pflanzen. Dann heißt es Daumendrücken für Heinz-Georg Embach. Denn wenn in den ersten Nächten nach der Pflanzung sein Handy aufgeregt piept, heißt das: „Alarmstufe rot auf dem Gurkenfeld!“ Heinz-Georg Embach hat nämlich Wetterstationen auf den Feldern installiert, die die Messdaten an sein Handy senden. Sobald Nachtfrost herrscht, gibt es Alarm, denn Minusgrade bedeuten oft das Ende der jungen Gurken. Dann muss der Landwirt an manchen Stellen neue Pflanzen nachsetzen.

In dieser Saison war das Wetter bisher gnädig. Die Gurkenpflanzen stehen in sattem Grün auf den Feldern. Durch die Mulchfolie sind die Pflanzen vor Unkraut geschützt. Unter der schwarzen Schutzschicht liegt zudem ein Tropfschlauch, der die Gurken zielgenau mit Wasser versorgt.

„Wir haben inzwischen Sorten, die nicht mehr befruchtet werden müssen. Das heißt: Aus jeder Blüte wächst auch eine Gurke“, sagt der Landwirt. Rund neun Wochen nach der Aussaat hebt der Gurkenflieger zum ersten Mal zum Flug über das Feld an. Auf der Spezialmaschine liegen die Erntehelfer bäuchlings auf Matratzen und pflücken das grüne Gemüse. Die Ernte ist gleichzeitig Wellness für die Gurken: „Die erfahrenen Arbeiter motivieren die Gurke beim Pflücken, um neue Gurken anwachsen zu lassen“, so Heinz-Georg Embach. Die Erntehelfer pflücken die Gurken, die groß genug für die Verarbeitung sind. Die anderen dürfen weiterwachsen und die Pflanze bildet immer wieder neue Blüten. Auf diese Weise tragen sie bis in den September hinein und werden im Laufe einer Saison rund 25-mal mit dem Gurkenflieger überflogen. „Im Spreewald wachsen die Gurken mit besonderer Qualität und sie sind besonders knackig – außerdem werden sie mit frischen und naturbelassenen Zutaten veredelt“, sagt Heinz-Georg Embach.

Foto: Gurkenbauer Heinz-Georg Embach auf einem seiner Felder im Spreewald. Der Landwirt produziert pro Jahr rund 3,6 Millionen Gurkenpflanzen für den eigenen Anbau.

Für weitere Informationen steht Ihnen Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins e.V., gern zur Verfügung.

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