Spreewälder Meerrettich

Die scharfe Wurzel aus der Region.

Diese scharfe Wurzel hat es in sich: Meerrettich ist reich an Vitamin C und enthält wichtige B-Vitamine sowie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Außerdem stecken wertvolle ätherische Öle in der Pflanze, was den Spreewälder Meerrettich nicht nur lecker, sondern auch gesund macht. Wie die Spreewälder Gurken ist auch der Spreewälder Meerrettich seit 1999 mit der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) der EU ausgezeichnet.

Die tiefgründigen und etwas feuchten Böden lassen den Meerrettich im Spreewald besonders gut wachsen. Seit Generationen wird das scharfe Gemüse in der wasserreichen Region angebaut und veredelt. Beste Zutaten und eine sorgfältige Verarbeitung sorgen dafür, dass die scharfe Wurzel zu einem echten Geschmackserlebnis wird. Meerrettich hat wegen seiner besonderen Schärfe und des intensiven Aromas nicht nur als Gemüse und Gewürz einen festen Platz in der Küche. Die Wurzeln sind auch ein natürliches Heilmittel gegen viele Beschwerden.

Meerrettich liebt den Spreewald

Die Wurzel wird hier seit Jahrhunderten angebaut.

Damit die Spreewälder am Ende des Jahres eine reiche Ernte einholen können, sind Fleiß und Handarbeit gefragt. Im Frühjahr stecken die Landwirt*innen dünne Meerrettichstecklinge, die im Spreewald auch Fechser oder Schwigatze genannt werden, schräg in den gut gelockerten Boden. Mitte Juni werden die Pflanzen ein Stück aus der Erde gehoben und so gründlich von kleineren Seitenwurzeln befreit, dass nur noch der Hauptwurzelstock übrigbleibt. Der darf dann weiter wachsen und kräftig zulegen.

Von Oktober bis zum ersten Frost ist Erntezeit im Wirtschaftsraum Spreewald: Mit Spaten und Maschinen werden die Wurzeln behutsam aus der Erde geholt. Dabei ist Kraft gefragt, denn die wurzelreichen Stangen stecken meist fest im Erdreich. Damit die Arbeit leichter wird, legen die Landwirt*innen erhöhte Beete an. So lassen sich die Stangen einfacher ernten. Feldfrisch und gesäubert werden sie dann in die Verarbeitungsbetriebe geliefert.

Erntezeit im Spreewald

Vom Herbst bis zum Frühjahr.

Nachdem die Ernte verkauft wurde, ist die Arbeit auf den Meerrettichfeldern noch lange nicht erledigt, denn nach der Ernte der dicken Stangen werden die restlichen Nebenwurzeln aus dem Boden geholt und zum Überwintern eingelagert. Die Nebenwurzeln des einen Jahres sind die Stecklinge für das kommende Jahr: Im Frühjahr werden sie wieder in die Erde gesteckt und wachsen zu Prachtwurzeln heran.

Früher wurden die bräunlichen Stangen direkt auf den Märkten im Spreewald zum Verkauf angeboten und in den heimischen Küchen verarbeitet. Ende der 1930er-Jahre übernahmen die Konservenbetriebe im Spreewald die Verarbeitung.

Vom Feld ins Glas

Im späten Herbst werden die Stangen in den Konservenbetrieben bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eingelagert und nach und nach verarbeitet.  Zunächst werden die Wurzeln gründlich geputzt und gewaschen, geschält und schließlich fein gerieben. Dabei zeigt der Meerrettich, was in ihm steckt: Die Senföle treiben so manchem die Tränen in die Augen.

Zusammen mit aromatischen Zutaten wie Preiselbeeren, Honig, Sanddorn und roter Bete kommt der Spreewälder Meerrettich schließlich in kleine Gläser. Auch pur gerieben oder mit Sahne verfeinert ist das Gemüse eine echte Spezialität.

Einblicke von der Ernte bis zur Verarbeitung

Meerrettich hat viele Bezeichnungen

Im Sorbischen kennt man ihn als chrěn oder kśěn. In manchen Regionen ist er auch als Kren, Kree, Merch und Beißwurzel bekannt. Die lateinische Bezeichnung ist Armoracia rusticana. Meerrettich hat seine historischen Wurzeln in Ost- und Südeuropa und war sogar schon in der Antike bekannt. Als die Slawen nach Mitteleuropa zogen, brachten sie die Pflanze mit und seither wächst sie unter anderem auch im Spreewald. Die Ernte aus dem Spreewald soll früher bis nach Nordamerika gehandelt worden sein.

Wie bereits erwähnt, wird der Meerrettich auch als Heilpflanze verwendet. Traditionell soll die scharfe Wurzel unter anderem bei Stoffwechsel- und Verdauungsproblemen sowie Harnwegsinfektionen helfen, die Abwehrkräfte stärken und den Husten lösen. Den Blättern wird helfende Wirkung bei Erkrankungen wie Gicht und Rheuma, Zahn- und Kopfschmerzen nachgesagt. Ihr seht, diese Wurzel hat so allerlei Stärken!

Quelle: Broschüre “Meerrettich aus dem Spreewald”, REGIA Verlag

Anbaubetriebe

Gemüsebaubetrieb Richter

Gemüsebaubetrieb Spreewald

Knösels Gemüse-Erzeugung

Verarbeitungsbetriebe

Meerrettichreiberei KOAL

SpreewaldRabe